Sommerloch
Dagmar Leupold

 

 

 

26.7.1999


 

 

Schweiß floß in Strömen, aus literarisch erhitzten Poren und aus Überzeugung. Nun ist er wieder brave Tinte, träg im Flußbett der Befindlichkeit. Ebbe ist eingekehrt beim Formulieren, die Sehnsucht nach der Flut aber überdauert, lauert eingekapselt in unseren Patronen bis zum nächsten Dammbruch.
Was habe ich mir noch im Mai gewünscht! Gute Noten von Thomas Meinecke, starken Bohnenkaffee von Tante Dola, Grün, Grün, Grün statt Graubraungrün. Jetzt, auf Normalnull, trockener Mund.
Und Holbein annonciert: Suche guterhaltene Ekstase, notfalls auch Koitus.
Jeden Dienstag bei "Kurz und fündig" - man muß nur schnell zugreifen, bevor die Heilsarmee das ganze Glück absahnt.
So räsonniert man im Liegen:
Grüße also aus dem big brass bed (habt ihr früher auch immer grass bed verstanden?). Lay Lady Lay auf strapazierter Matratze – sag bloß von Geschichten! -, schlaflos. Welche Illusion löst als nächstes die Zunge?