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| Streichelzoo Stefanie Richter |
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9.8.1999 | |||
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Den Flokatiklang noch in den Ohren, will man mich nicht gehen lassen. "Sie sind jetzt unsere Preisgefangene, für Privatgespräche hätten Sie früher abdrücken müssen. Und austreten." An der Kapuze zieht man mich in den vorderen Winkel des Blickfangs. Den mein schwuler Freund gemeinsam hat mit den freigesprochenen Grußverdienern. Mich fesselt der neugewonnene Bühnenzwang zur Selbstvergabe. "Sie erhalten die Höchstmaße, wir sind einhellig abgenickt. Sie haben alles unterschrieben." Ach ja? Und was ist mit meiner Preisgabe? Warum zieht man nicht meine Vorstrafen hinzu? Ein Zwischenblick vertreibt solche Sorgen. Stärker als sonst drängt sich der Mob untendurch. Will nicht hören, was ich mit ihm vorhabe. Als erstes: verkünde ich die meisten Trinksprüche, eröffne den zweiten öffentlichen Streichelzoo. Verpasse drittens alle meine Umgereimtheiten. In Sahnetorten, aus Sahnetorten heraus.
Eben sind meine jüngsten Vorsprecher aufgewacht. Erheben sich aus den hintersten Reihen folgender Möglichkeiten. Fordern Freigabe der poetisch Gefangenen. Aufgabe, die alles abverlangt. Wollen sich notfalls von der Bühne stürzen, haben vor, mich ne Weile unterzutauchen. "Sie hat ein Amt zu bekleiden! Stehen Sie nicht rum, gehen Sie ans Fenster! Springen Sie ein!" Man hat mit allem zu rechnen. Deshalb nichts wie ab und über die Grenze. Den Entzug aus dem Streichelmilieu findet man abgefahren. |
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