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Lieber Thomas,
neulich war ich für einige Tage in Bulgarien und habe die Zeit im
wesentlichen damit verbracht, die Stasiakten meines Onkels zu lesen, die
- obwohl es schon fast zehn Jahre her ist seit der "Wende" -
ihm nach langem Kampf erst zu einem Zehntel vorgelegt worden sind. Das
Material ist faszinierend und abstoßend zugleich, verheerend und
von einer Dringlichkeit, wie Literatur sie selten erreicht. Die unzähligen
Seiten mit abgeschriebenen Gesprächen (Wanzen in der ganzen Wohnung
und im Telefon) lesen sich wie eine Mischung aus Ibsen und Beckett, Sophokles
und Ionesco. So sind die folgenden Notizen entstanden.
Mit besten Grüßen
Ilija Trojanow
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