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BIST
DU BORG? Teil II. Sabine Scholl und ihr eigener
Standpunkt (very casual) |
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4.2.1999 |
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Ja, ich mag Donna Haraways
Schriften, nur manchmal geht mir die Rezeption der Zukunftsidioten von
Wired und Mondo schrecklich auf die Nerven, für die
es ja nur gute Technologiekonzepte gibt und die sich samt Cyberallesundnichts
in den Weltraum wünschen als Auserwählte des Menschengeschlechts,
und die Haraways Ironie nur an der Oberfläche verstehen. Und wo Haraway
populäre Mythen heranzieht, zerlegt und umwertet, holen die Wired/Mondo-Borgs
genau diese Topoi wieder zurück auf schwammiges Terrain. Dieser Cyborg ist sogar
normaler als die Wired-Typen wahrhaben wollen, sie wollen ja im
Gegenteil (nicht) gruseln, wenn dem Ex-Terminator die Haut abgeht, und
das alles und damit sich selbst ganz besonders finden. Dabei spielt heute
schon jede Kindertrickfilmserie mit diesen mechanischen Lebewesen. Die
amerikanische Filmindustrie ist sowieso die selbstreferentiellste Maschine,
die es gibt. Es wird nur verwiesen auf diesen Film in diesem Film in diesem
Film etc. Zurück zur Science-Fiction
bzw. Future-Natural: Es gibt meist nur zwei Tendenzen in diesen und anderen
Zukunftsvorstellungen: gut oder schlecht. Entweder ist die Zukunft schrecklich,
totalitär, übertechnisiert, die Erde kaputt etc. oder sie ist
aufregend, gutes Material für Pioniere, harmonisierende Lösungen
für soziale und politische Mißstände. Nur die bessere
Literatur schafft es mit Ambivalenzen umzugehen. Darum war die nähere,
chaotische und komplexere Zukunft, die zum Beispiel William Gibson (auch
so ein überinterpretierter Kult) erfunden hat, reizvoll und in der
Annäherung an ein Verständnis von Technologie als körpererweiternde
Möglichkeit natürlich typisch achtziger Jahre. Nun finde ich aber, daß
Haraway noch viel subtiler verfährt, da sie direkt in den Metaphernfabriken
der Produktionsstätten des biotechnologischen Menschenkonzepts wühlt
und diese Klumpen entwirrt und uns, mir anbietet, damit weiterzuarbeiten.
Es ist also ein tiefgehendes und gleichzeitig offenes Konzept, das mir
Basisarbeit (z.B. Studium von Artikeln und Fachzeitschriften zur Biotechnologie)
abnimmt und erleichtert. Und von BraveNewWorld-Angstanfällen
sehe ich in diesem Vorgehen eigentlich nichts, eher Humor und der ist
tatsächlich nötig, um mit diesem Gerne als geheiligt und allmächtig
vorgestelltem Zeug umzugehen. Donna Haraway: http://www.asahi-net.or.jp/RF6T-TYFK/haraway.html |
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