Neunte Ose: Herbstzeitldich in schonhaltung oder sonntags
besuchen,
eine waffel im hemd, das milchmesser im kopf, macht
leerlaufgeräusche zwischen fuß- und schuhsohle. da greift
ein ding einfach seinen anfang aus der luft, nennt sich
stofflicher wechsel. dein blick mein spagatwinkelmesser.
mein wasser in fasern. mein wasser in spinnfadenart.
neben mir geht verlorene absicht: rosenholz spalten,
zunderpartikel im mund. neben mir auch der gespenstfisch
unter den männern, der rosenkrieger.
wie´s schuppt. wie beim laufen erstrittene blasen
hautnah vergehn. wie sich kaffee aus der kanne beugt.
blasenfrei zapfen? ich nie. zu können kein ziel.
die lippen würzbecherfarben,
im mundwinkel baumelnde reden von dem,
was beschlossen scheint. nämlich.
wenn federnder nebel auf eine gut geölte
zunge fällt, die kleinen knospen wechselnden geschmacks
bepelzt, zwischen kehle und kropf den weg nimmt ins
schlupflungenloch, ins pförtnerkrämpfchen hinunter,
steht auf dem spielplan liebe oder
eine untergattung derselben, flüssiger honig. september
kürzt langen atem. mit dem wir dinge wie
trübsal beschreiben, kindschaft bezeugen, oder:
häftlinge anschaun, aus geöffneten zellen hinterhältig
ins freie gelockt.
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