ACHTe OSE: ENDL
Kathrin Schmidt
 

 

 

17.8.1999


 

 

Was wie Suff scharfen Schaum aus dem Mund treibt,

ihn aufreißt, zum schlundpinkeln ruft -
welcher schub der tristesse, die immer noch ohne schatten geht
im zeitbaubetrieb. madonnenpisse kräuselt den rinnstein,
drin die verschuldeten bäuchlings zur gosse schwimmen.
geruch von falschmarzipan hängt im anschlag, aus dem ich dich greife mit kimme
und korn. was wie suff macht mich alt, daß mich nichts mehr verfehlt.
ja, es kann spät werden im kopf. Wie ich warte, bis du es sagst:
ich übte die spähpflicht. an dir, du mein experiment, du mein tier.
wie wir die finger-, die halsanemonen in bücher packten,
gabst du mir später brot ins blut. wie es quillt, weiß nur ich.
und weiß noch, daß februar war und nichts weiter
uns drückte als das buchstabiergewicht zweier eben
geenterter zungen.