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So haben wir alle unsre Sorgen, wen wir lieben und was
wir essen könnten.
Heute Nacht brannten zwei Häuser ganz nah am Haus,
in dem ich lebe. Ich lebe noch. Ich wohne auf 88 Treppen an einer Ecke
und beobachte aus meiner orientalen Loge, wie die anderen evakuiert werden:
aus Wohnungen, Straßenbahnen, ihrer gewöhnlichen Finanzierungsroute.
Auch ich kann es mir eigentlich nicht leisten, aus einer Loge
zuzusehen.
Die Dachziegel puffen wie Nußschalen, die ich früher ins gemütliche
Feuer warf, das ich anzuzünden täglich 17 Uhr nach Hause kam,
und das mir nachts um 2 Hitzträume über Vater bescherte, der
mir ungebrannte Tonschüsseln zu meiner Hochzeit schenkte, am Morgen
danach meinen Morgenmantel trug und sich am Quittenbaum aufknüpfte,
mit seinen baumelnden Turnschuhfüßen Furchen zwischen die Erdbeeren
zog und lachte.
Brand Nr. 2 entdeckte ich erst, als es ihn nicht mehr gab, als ich durch
gepuffte Ziegelschalen auf dem okzidentalen Gehsteig stieg. Ich spürte
Jelineks Lust an der Hüfte, eine schönere Ausgabe davon, das
Breiwasser aus dem Himmel fiel Weiß auf Schwarzweiß darauf
und auf die Lücken der gebrannten Dächer.
Ich bin Wassermann. Man sagt, dies sei mein Schicksalsjahr.
Auf der Landkarte des Himmelreichs (für manche meine Handfläche)
verbinden sich auf dieser Höhe Lebens- und Schicksalslinie. Das muß
nichts Schlechtes sein, sagen die Horoskope, sagen die Handlesekundigen.
Ich glaube ihnen. Ich soll mich bei Sturm nicht unter Bäume stellen.
In zwei Wochen ist es mir gelungen, mich finanziell hoffnungslos zu ruinieren.
Irgendein Verrückter zündete zwei Häuser an dort, wo ich
wohne. Was mag er für Kummer, was für
Liebe haben. In Gedanken daran lege ich mir Jelineks Lust zu, was ich
nicht tat, als ich mir diese schönere Ausgabe noch leisten
konnte. Das Breiwasser fällt in Löschwasserpfützen und
in die Lücken der Dächer, die grauen Jogginganzüge an der
Wäscheleine, wie schön sie brannten, wie grau sie jetzt nässen.
Die USA weigern sich, mir Einlaß zu gewähren, es sei denn ich
beweise, ich bin Röckelfüller. Auch die Armen haben ihre Wohnsitze,
versichert mir Jelineks Lust. Ich bin Wassermann. Schnecke. Heute ohne,
später vielleicht mit Eigengehäuse. Dies ist mein Schicksalsjahr.
Das muß nichts Schlechtes sein. In den letzten 2 Monaten habe ich
4 Freunde verloren.
Das Breiwasser fällt in den lieblichen Rattenkanal, in meinen Keller,
und nagt den Rost an meine Räder, doch ich habe beschlossen, nichts
zu retten. Ich stehe weit über alledem, zu meiner Lustloge führen
88 Treppen, durch die Kronen des Parks schimmern die Roten Laternen der
Botschaft der Chinesen. Es ist das Jahr des Hasen. Ich trage meine Augen
an den Schläfen, laufe zickzack und finanziere mein Transit durch
tief empfundene L.G.-Translation:
Unter furchtbarem Droh- und Rachegeschrei schreite ich durch die Diele
und offenbare, daß ich, der Herrscher über die Elemente, die
Erde vernichten und den Schutthaufen als Schemel benutzen werde, ich werde
mich auf ihn stellen und die Sonne und den Mond berühren, und ich
werde in das unendliche All hinausrufen: RETTE SICH, WER KANN!
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