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BAB 9, Richtung Nürnberg,
das liebliche, mittlerweile kanalzerschnittene Altmühltal noch vor
mir, links und rechts Hopfenstangen, die in der Erde staken wie von Göttern
geschleuderte Wurfspieße; im Rücken Ingolstadt.
Ein Kleinbus, die Rückbank beladen mit Kindern, überholt mich,
die Fahrerin wirft einen vorwurfsvollen Blick auf mein großes, leeres
Auto, schert sehr knapp vor mir wieder ein, setzt den Blinker rechts und
fährt bei der Raststätte ab. Ich folge ihr, froh über irgendeinen
Grund, die Strecke, die ich auswendig kenne, zu unterbrechen.
Im WC, im Untergeschoß gehe ich in eine Kabine, schätze unsicher
die Zeit ab, die man zum Pinkeln braucht, drücke dann die Spülung.
Allerdings verzichte ich darauf, das Hochziehen der Hose, Schließen
des Reißverschlusses etc. durch entsprechende Geräusche zu simulieren.
Ich wasche meine Hände und halte sie unter den aberwitzig heißen
Heißlufttrockner. Zwei Frauen stehen vor dem Spiegel und ziehen ihre
Lippen nach.
"Die Farbe ist nicht mein Ding", sagt die eine zur anderen.
"Dafür ist sie kußecht", erwidert die zweite und preßt
die Lippen fest aufeinander.
"Wen küßt du denn schon?" fragt die erste spöttisch
zurück und bleckt die Zähne auf der Suche nach unerwünschten
Spuren von Lippenstift.
"Den Ernst", sagt die andere und zerstäubt Parfum hinter
den Ohren.
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