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Das war´s. Wenn ich daran denke, möchte ich mit
dem Kopf gegen die Wand rennen; nicht so sehr, weil ich nicht mehr in
Rom bin, dort hat auch nur jeder von seinem eigenen Kram geredet, sondern
aus Trauer über all die hochfliegenden Pläne, die ich mit dorthin
genommen hatte und nicht verwirklichen konnte. Genau genommen war alles
umsonst. Nichts hat irgendwas gebracht. Ich bin um ein paar Erfahrungen
reicher geworden und um ein paar Illusionen ärmer. Und so gesehen
ist es fast ein Glück, daß zu Hause niemand auf mich wartet.
Meine schlechte Laune sitzt mir ausgesprochen locker - auch angesichts
der bevorstehenden Jahreswende, Jahrtausendwende, die mich völlig
ratlos antrifft. Mit jeder Treppenstufe zur Wohnungstür frage ich
mich, was das alles soll, was ich hier soll. Betretenes Schweigen. Ich
werfe den Rucksack auf den Küchentisch, um auch ein wenig Lärm
zu machen inmitten dieser Raketenkracherei, reiße den Zettel von
der Kühlschranktür, "Ein Jäger bin ich, von Wölfen
gejagt", und schmeiße ihn zerknüllt zu Boden. Das ist
die ganze Ankunft. Basta. Ohne irgendwas ausgepackt zu haben, lege ich
mich voller Zorn ins Bett und schlafe rasch ein. Ich träume davon,
daß ich mit starken Brustschmerzen im Wartesaal eines Krankenhauses
sitze. Ständig kommen Patienten, die bluten oder laut schreien, weshalb
sie mir vorgezogen werden. Endlich wird auch mein Name aufgerufen. Ich
betrete das Röntgenzimmer, ziehe mein Zirkus-Knie-T-Shirt aus und
lege mich eigenmächtig mit nacktem Oberkörper auf die Pritsche
unter dem Röntgenapparat. Eine befreundete Ärztin tritt zu mir,
und fragt, was passiert sei. Ich antworte sehr entschieden und doch irgendwie
beiläufig, ich hätte mir zwei Rippen gebrochen. Die Ärztin
wiegt nachdenklich den Kopf und sagt nach einiger Zeit, drei gebrochene
Rippen wären besser. Bei zweien, naja, das sei zu verantworten, aber
bei dreien müsse damit gerechnet werden, daß auch die Lunge
etwas abbekommen habe. Wenn drei Rippen gebrochen seien, dann nehme sie
mich auf.
Nachdem ich mich kurz zuvor leicht aufgerichtet hatte, sinke ich jetzt
mit einem lauten Stöhnen zurück in die ausgestreckte Lage. Kopfschüttelnd
starre ich zur Decke, und frage halb mich, halb die befreundete Ärztin:
Aufnehmen? aufnehmen? Wie ist das zu verstehen? Wie soll ich aufgenommen
werden? Wie ein am Gehsteig verlorener Schilling? Wie ein kleingefaltetes
Blatt Papier?
Ehe mir die Ärztin eine Antwort geben kann, wache ich auf.
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