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Das ist ja irgendwie noch nicht gelöst oder
gibt es schon eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn und Zweck von Internet
bei schönem Wetter? Ich meine: Mai, das ungebrochene Naturerlebnis
auf dem Weg von der U-Bahnstation zum Schreibtisch, die tiefschlagartige
Wirkung nabelentblößender T-Shirts auf die Arbeitsmoral und
was der Anfechtungen mehr sind. Selbst bei ungeputzten Fenstern und nikotingrauen
Gardinen eine für diese Breiten unerhörte Sonneneinstrahlung,
die sämtliche Bildschirme erblinden läßt. Binnen weniger
Stunden ein Temperaturanstieg, der den Unterschied zwischen geistiger
und körperlicher Arbeit empfindlich verwischt wer schwitzt
schon gerne beim Denken. Auch die vielgepriesene frische Luft verschafft
keine Linderung. Blütendüfte, Reifegerüche, Sommerschwüle
was einem da durch die Nase direkt ins Gehirn zieht, ist der Tod
der Virtualität.
Säfte, Kräfte, Triebe der Monat ist berühmt
für seine ins Kraut schießende Fruchtbarkeit. Die ganze Welt
ein in der Sonne brütender Komposthaufen. Pollenflug und Paarungszeit.
Das Gefühl, mit einer Biologie geschlagen zu sein, die älter
ist als man selbst. Was für ein hoffnungsloses Unterfangen, dagegen
an zu denken! Scheitern schon im Ansatz. Jeder Gedanke verflüchtigt
sich nach kürzester Zeit ins Wolkige. In diesen Tagen gibt es kein
treffenderes Sinnbild des menschlichen Denkens als ineinander schwirrende
Mückenschwärme. Spirituelles Gesumme in der Luft. Und das Beste
daran ist: Wen kümmerts?
Vernetzung. Ich habe plötzlich das Gefühl, auf
ganz leibhaftige Art und Weise vernetzt zu sein. Naturvernetzt, wenn das
Wort erlaubt ist. Oder, wenn man so will, in einem sehr körperlichen
Sinne online. Frühlingshafte Usergelüste und Hummeln im Hintern.
Machen wir uns nichts vor: Es gibt ihn nicht, den schönwetterresistenten
Nordeuropäer. Ob wir es wollen oder nicht, wir alle zappeln im Wetternet.
Und wißt ihr was, Leute, schreibt ihr weiter ich geh surfen!
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