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Auskünfte I II III IV V VI VII VIII Marcel Beyer |
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25.5.1999 | |||
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Als Kinder sind wir oft durch die Wiesen gestrichen, über die Hecken, Zäune, durch das Unterholz gestiegen, unbekümmert darum, wessen Besitz wir da betraten, welcher Nutzung ein Gelände dienen mochte (Gemüsefelder, Weiden, Schonungen), und es ist möglich, daß wir uns einmal unwillkürlich auch auf einem Feld wie diesem gefunden haben, mit sandigem Boden, die dünne Humusschicht zerstäubt vom Scharren, Hacken zahlloser Hühner, deren Verschlag (kein Stall, vielleicht ein Regenschutz?) auffälligerweise mit einem Tarnnetz abgedeckt ist, als drohten ständig überraschende Angriffe aus der Luft (Raubvögel?), was zwar eine Begründung für den Bau eines Verschlages und dessen Abdeckung liefern könnte (ein Truppenübungsplatz soll heute in der Nähe liegen), nicht aber für ein ebensolches Tarnnetz auf einer zusammengezimmerten Laube, wie wir sie in Mühlberg gesehen haben, also dem Ort, von dem das Mannschafts-Stammlager IV B seinen Namen hat, auch wenn es, genauer, nicht weitab jenes anderen Ortes errichtet worden ist, wo auch der Hühnerhof liegt: Beide, Laube und Hof (zum Hühnerhund ein schwarzer Schäfer, der, als er uns sah, die Schnauze durch den Maschendraht steckte) von uns also nicht auf dem Grund, sondern jenseits des früheren Lagers entdeckt, und mit ihnen die beiden Tarnnetze, als trete alles mit militärischen Vorgängen, mit militärischer Gestaltung Zusammenhängende umso häufiger, deutlicher im nächsten Umkreis des Kiefernwäldchens in Erscheinung, je weniger dieses Wäldchen selbst daran erinnert, daß es allein aufgrund militärischer Vorgänge und Zusammenhänge entstanden ist. | ||
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