Ad Engel
Sabine Scholl

 

 

 

15.3.1999


 

 

lWenn sie sich zu erkennen gibt, fasst das Licht ihren Umriss als leuchtenden Kranz und ihre Augen zeigen kurz vorm Weinen immer Glanz.
Vorher erscheint sie als Rechtsanwältin, Sozialarbeiterin oder Sekretärin und führt Willige auf den rechten Weg.
Als Billigspielzeugvertreterin greift sie auch in außenpolitische Probleme. Sie schmuggelt eine Dissidentin nach Peking ein, damit die dort die schlimmen Verhältnisse auch richtig spürt. Sie hilft der Wahrheit bis zum Tod, weil egal wo sich befinden, den Engeln aus Amerika ist immer klar, was Gott gerade will. So wird das Sterben der anderen leicht.
In China zeigt die Engelin, daß China nicht gerettet werden will. Die Dissidentin macht als Tote besser Sinn und der Amerikaner glaubt plötzlich, daß er träumt. Seine Aufgabe ist es, das Mädchen zu finden, das den Namen der Freiheitsstatue trägt. Und die Engelin schaut, daß es dazu kommt. Gott ist ziemlich gut im Aufspüren von Verlorenen. Und der Augenglanz verstärkt seine Präsenz.
Das Mädchen wird nach Amerika exportiert, wohin sie gehört, und von Gott bleibt keine Spur.

Frei nach: Touched by an Angel, Fernsehserie