Millenium. Eine Vorerzählung in 3 Saisonen und 64 Folgen
Sabine Scholl
 

 

 

14.1.1999


 

 

I.
Die Zukunft wird in drei Teilen stattfinden und die erste Saison mit einem Piloten beginnen, von toten Buchstaben begleitet sein und einem Richter betreut. Immer wieder werde ich der Zahl 522666 begegnen und mich fragen müssen, wozu. Schließlich werde ich erleichtert die Aufforderung vernehmen, daß mein Königreich komme, worauf sich meine Blutsverwandten in das ausgeleierte Schloß begeben werden.
Nur an diesem bestimmten Tag werden seine Tore weit offen stehen. Praktisch sowohl für die Wilden wie für die Unschuldigen! Sie werden in meinem Garten das Unkraut der Zeit jäten und ihre Lenden wie jagende Flammen weiden, während ich mich einer höheren Macht zuwenden werde. Natürlich!
Ich werde der Spur einer dünnen weißen Linie bis zum Sakrament folgen und auf meinem Rundgang den ersten Schwur ablegen. Es wird keine andere Wahl geben. Zweimal wird die Wehklage ertönen, doch ich werde mich nicht beirren und meine Mächte, Fürstentümer, Throne und Herrschaftsgebiete wahren müssen, trotz der zerbrochenen Welt, die mich umgeben wird. Ich werde allein sein in meinem Kampf, niemand, nur meine Papiertaube Maranatha wird mich verstehen können und dann werden wir eine Pause einlegen und warten auf den Einsatz der zweiten Saison.


II.
Nach einer kurzen Zeitspanne wird der zweite Teil mit einem Anfang und einem Ende beginnen. Ich werde aufgehalten werden von einem Schild: Achtung Bissiger Hund! und obwohl mir Sinn und Antisinn dieses Vorgehens durch den Kopf schiessen werden, werde ich weiter voranschreiten, Monster passieren und an einem einzigen Grashalm werde ich mich festhalten, um mich nicht zu verlieren in der Gefahr, in die mich ein Fluch des Franz Schwarz schicken wollen wird.
Doch es wird bald 19 : 19 stehen, ich werde mich nicht von der Hand des Heiligen Sebastian unterkriegen lassen, ich werde sogar José Chungs "Verteidigung des Jüngsten Tages" aufschlagen, lesen und wieder zuschlagen, eine Ahnung wird mir aufsteigen von der Mitternacht des Jahrhunderts, die dann schon im Dunkel liegen wird. Aber dennoch werde ich es hören, dieses leise Rufen: "Auf Wiedersehen Charlie!".
Sicherlich wird es mich nicht anfechten, denn schon werde ich von Himmelskörpern angeblinkt und der Mikado wird mir schleunigst Audienz gewähren. Es wird grundsätzlich vorangehen, doch noch einmal wird mich ein Umweg durchs Pesthaus führen, in dem die Eulen heulen werden und die Hähne krähen und sechzig Minuten lang wird mich eine Sirene bedrängen wollen, bis ich schließlich In Arcadia Ego seufzen und landen werde, träumen werde, ich werde es nicht wissen, da mich Anamnese befallen wird in dieser schwierigen Zeit.
Ich werde mich in einem Raum ohne Aussicht befinden, nichts mehr wissen, fühlen, irgendwie, ist der Satan hinter mich gekommen, der Vierte Reiter hintendrein, ich werde plötzlich Angst bekommen, denn die Zeit ist Jetzt, werde ich murmeln müssen und wohin?
Aber dann wird mich das Ende der Saison retten, und ich werde mich ein wenig ausruhen bis zum letzten Teil.


III.
Dort werden mich schließlich die Unschuldigen aufsuchen, und gemeinsam werden wir die Exegese angehen. Bis zum nächsten Mal werde ich sogar Teotwawki verstehen können und von der Stillegung meines früheren Gedächtnisses nur profitieren. .....Dreizehn Jahre später werde ich aufwachen und bereit sein, nur mehr Schädel und Knochen, mein Blick wird durch das Glas dunkel fallen und ein menschliches Wesen erspähen, das ich dann geworden sein werde und mein Name wird lauten: Omerta. Und Fortsetzung folgt.

 

Chicago 14.1.1999. Die kursiv gesetzten Ausdrücke sind ins Deutsche übersetzte Untertitel der amerikanischen Fernsehserie "Millennium". Information dazu unter: http://www.foxworld.com/millnium/