In/Out
 

 

 

 



 

 

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B e g i n n

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Gesendet: Dienstag, 26. Januar 1999 13:13:58
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Hi
Heyho,
mein Name ist Christian Steltz, ich lebe, liebe und leide mitten im Ruhrgebiet. Ältere Kenner meiner Schriften nennen mich desöfteren einen 'jungen Wilden'. Das heiß nicht, daß ich so ein Dichter-mit-dem-Schlagring-Typ bin, ich bin ein ganz Netter! (BlaBla) Ist ja auch egal, zumindest denke ich, daß keine Sammelschrift herausgegeben werden sollte, ohne daß der Herausgeber vorher was von mir zu lesen hatte. Deswegen ein paar Gedichte:

Sonntag, 05:13 Uhr
Die drei Stunden
bis zur Frühstückspause
totfahrend
bugsieren müde Busfahrer
ihre containerartigen Gefährte
passagierlos
durch den Morgen der Großstadt.
Bassbebende Blechkisten
befinden sich
auf ihrem programmierten Weg
vom Technotempel zur After-hour.
Hinkend wirrt ein Mann
richtung Bahnhof,
Gedanken zu einem Faden spinnend.
In den Häusern ringsum
liegen beinah tot
die Berufstätigen,
die in ihren Träumen
denselben kurzen Gedanken
haben wie er:
Brötchen!
---
Für die eventuelle Beachtung meiner Worte schon mal vielen Dank und wenn Interesse besteht, könnte ich auch noch mehr Lyrik zur Auswahl schicken. Raps sind geil, Style ist geil, doch junge Deutsche schreiben auch noch was anderes!
Schanke Döhn, Christian Steltz

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Interview Thomas Hettche im Büchermarkt (Deutschlandradio).

 

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Von: Gerrit Gohlke
Gesendet: Sonntag, 14. Februar 1999 16:39:02
An: null@dumontverlag.de
Betreff: null und abernull

"NULL freut sich auf Zuschriften und Kommentare unter null@dumontverlag.de." Ja, doch wo werden die Kommentare bekanntgemacht? Ich will als USER eine öffentliche Bemerkung zu diesen dunkelgrauen Albumseiten machen, zu diesem Pflichtfeld der Modernitätsteilhabe, aus dem als Mitwirkungswille das Wissen herausschweigt, daß auch die Konkurrenz schon Reststoffe zu CD ROMs preßt, aber warum meine Antwort auf diese in sich verschlossenen Monologe nun selbst in der Form der verschwiegenen Einzelbeichte an NULL?

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Von: Werner Irro
An: ThomasHettche@csi.com
Betreff: Null
Datum: Fre, 12. Mär 1999 15:10 Uhr

Lieber Thomas Hettche,
eben sah ich zum ersten Mal Ihre Textsammlung für Dumont im Netz. (Zuletzt hatte sich dreimal beim Anklicken eines Namens auf der Karte unfreundlich die Systemabbruch-Bombe gemeldet -) Es macht Spaß, in den Texten zu lesen. Schade, daß man sie nicht
ausdrucken kann (oder nur bei mir nicht?). Ich gehöre zu den Lesern, die was sie lesen immer auch haben wollen. Werde trotzdem dranbleiben. Dies als kleine Rückmeldung mit einem schönen Gruß an Sie!
Ihr Werner Irro

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Von: byby_Ingo
Gesendet: Montag, 22. März 1999 20:17:50
An: Hanna
Betreff: Hallo Hanna

du
dunkle schöne
des quelltextes
verständnisvolle begleiterin

freundliche
netzmeisterin dieser elektronischen
vergänglichkeit

an irmgards seite
neben hängenden tulpen
deren innerster schein
rosa gelb blaß
dem abend ein mattes Licht bescherte

hier leuchten nur die elektrischen
Augenblicke
schnellsten begreifens

so sitze
ich hier unter
meinem wortspeicher.
oben in der luke klemmen die
verängstigten durch lange
gefangenschaft traumatisierten
monster worte und wagen sich nicht in die freie welt
hinaus

Die Wörter Ernte
in meinem
Wortspeicher
wird durch das Licht
eines lächelnden
Geistes frisch
erhalten bleiben

doch ohne dieses
freundlichen Wesens
Aufmerksamkeit
vertrocknen
die Worte unausgesprochen
so bald der Tag
endet

wie entstehen die gedichte
fallen sie aus dem wortspeicher
in meiner seele
oder quellen sie aus meinem kopf wie ein reis aus dem topf
wo sind sie gewesen in der vergangenheit
waren sie bei dir
und deine begegnung
mit diesen
zeichen der vereinbarung
haben sie zu mir
gebracht

an der Grenze der Aufmerksamkeit
angelangt
sie nicht überschreiten
erstmal besinnung
O.K.
unter meinem Wortspeicher
sitze ich und warte
meine
Spiegelei
blendet mich selbst

byby_Ingo

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NULL OUVERT. Im Rahmen der erstausgabe - messe der ideen #2
Gemeinsam mit Dagmar Leupold, Thomas Meinecke, Burkhard Spinnen, Harald Taglinger und Jana Hensel stellte Thomas Hettche NULL auf der Leipziger Buchmesse vor. Anschließend öffnete Thomas Meinecke, Autor, DJ und FSK-Bandleader, seinen Plattenkoffer.

Am 26.03.99 um 21 Uhr im Festsaal der Hochschule für Grafik und Buchkunst. Wächterstrasse 11 in 04107 Leipzig (0341 / 2135164).

Hier (studio inferno realvideo broadcast) kann die Liveübertragung vom 26.3. noch einmal gesehen werden.

40

 

Von: Heiko
Gesendet: Donnerstag, 1. April 1999 22:20:32
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Das alte Dilemma

Lieber Thomas Hettche,
mit Interesse verfolge ich das Projekt und finde es prima. Leider muß ich die alte Wahrheit bestätigt finden, daß Lektoren besser nicht selbst schreiben sollten. Es wirkt zu pflichtbewußt. Obwohl ich Jo Lendle recht sympathisch finde ...

Viel Spaß Dir und allen, die mitmachen.
Heiko Weyand, Leipzig

 

 

 

Von: Dr. Klaus Modick
Gesendet: Donnerstag, 1. April 1999 21:15:15
An: null@dumontverlag.de
Betreff: an hettche et. al.

Hallo, Null füllt sich langsam. Schöne Sternbilder. Ich wär auch gern ein ausstrahlender Stern dieser Galaxie, nicht nur ein empfangender. Wie funktioniert die Teilnahme? Biite um Information oder, wenn das dazu gehört, Einladung.
Beste Grüße
Klaus Modick

 

 

Von: Matthyas Jenny
Gesendet: Montag, 5. April 1999 19:22:30
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Null

1. Serververbindung konnte nicht hergestellt werden (für Interview Thomas Hettche)
2. Vielen Dank für das Poesiealbumbildchen aus dem zweiten Schuljahr (29.3. Andreas Neumeister)
3. Wanderer auf Umwegen, 5.3. Urs Richle = HTTP/1.0 404 Object Not Found
4. Sehr interessant sind die Privatkorrespondenz an Herrn Hettche von Bremer und "Lieber Thomas" von Herbst
5. Hettche rief an, auch sehr vielsagendes, hochliterarisches von Krausser (1.1.)
6. Dagmar Leupold Pustekuss wohl auch aus dem Poesiealbum der ersten Klasse (22.3.)
7. Selbstverständlich ist jeder Furz in der Literatur Kunst und Literatur.
8. Das Problem ist nicht das Internet und auch nicht die Jahrtausendwende und auch nicht NULL.
9. Das Problem scheint der Narzissmus zu sein, und dem naiven Glauben, dass das Internet eine private Spielwiese ist auf der Schriftsteller in ihren Spielhöschen Backekuchen spielen dürfen.
10. Als Leser und Betrachter dieses Poesiealbums (vonwegen Anthologie) für Oberlehrer Hettche kostet mich diese Langeweile viel Surfgeld.
Tschüss NULL
Matthyas Jenny
Basel, 5. April 1999

PS Vor 1984 gabs auch eine Unmenge Anthologien, die interessanteste war AMOK-KOMA. Aber da gabs ja noch was zu schreiben

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Von: and.ki

Gesendet: Mittwoch, 14. April 1999 16:49:23

An: null@dumontverlag.de

Betreff: aus der fankurve

liebe Null (-er/-en/-enden), und weil fußball so ist wie das leben klingt aus der fankurve: "ohne krausser steigt ihr alle ab, ohne krausser steigt ihr alle ab" (die melodie wird hierbei als bekannt vorausgesetzt). denn enttŠuscht bin ich schon ob der leblosigkeit die sich bei null eingestellt hat. und wŸrde helmut krausser nicht wŸten ihr hŠttet schon jetzt verspielt.

in der hoffnung auf einwechslungen und sinnvolle verstŠrkungen,

ihr andreas kiewitz

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Von: Marianne Karbe
Gesendet: Donnerstag, 29. April 1999 20:30:18
An: null@dumontverlag.de
Betreff: faksimile: inout

Liebe Redaktion,

ich bin froh, dass ich nur noch selten derlei Texte entziffern muss.
Es lohnt die Zeit des Scannens nicht, um ins Netz gehängt zu werden.

Herzlichen Gruß
Marianne Karbe

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Von: Kevin Poppen
Gesendet: Dienstag, 4. Mai 1999 00:07:54
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Gedicht

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich würde mich freuen, wenn sie folgendes Gedicht auf dieser Homepage veröffentlichen würden:

Der Krieg - Der Krieg
Es war einmal vor langer Zeit,
Da waren die Menschen kriegsbereit.
Um die Weltherrschaft zu erreichen,
Mußten millionen Leben weichen.
Menschlich war nur der Tod,
Den der Krieg den Menschen bot,
Ohne Rücksicht auf Verluste,
Wurd´ getan, was getan werden mußte.
Mußte es den wirklich sein.
Wir wissen heute : NEIN !
Der Krieg diente nur den einen,
- nämlich keinen !
Drum laßt den Krieg der Macht uns bannen,
Und mit ihm die verrückten Mannen.
Doch steh´ stets ein für Menschlichkeit,
Und halt dafür die Flint bereit.
Manchmal ist auch Krieg gerecht,
Wenn es geht ums menschliche Geschlecht.
Um den Bösen Einhalt zu gebieten,
Dienen Waffen um sie umzunieten.
So soll es auch für immer sein,
Denn Freiheit und Glück ist allen gemein.
Drum laßt den Krieg der Freiheit fördern,
Und macht Prozeß mit allen Mördern.

© Kevin Poppen 1999

Mit freundlichen Grüßen
Kevin Poppen

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Von: Rene Kohl
Gesendet: Donnerstag, 13. Mai 1999 22:53:47
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Wo Recht zu Unrecht wird ...
Zum Text von Joachim Helfer, 10.5.99

1.) "Allein in Bosnien-Herzegowina wurden 200.000 (in Worten: ZWEIHUNDERTTAUSEND) Ermordete in Massengräbern gefunden – wohlgemerkt nicht von EU oder NATO, sondern von Ermittlern der UNO." Sind diese Zahlen zu belegen? Nach meinem Kenntnisstand wird für den Bosnienkrieg von insgesamt 200.000 Toten gesprochen (unterschiedlicher Nationalität), und nicht, wie der Text zu verstehen gibt, von 200.000 Leichen, die von Serben in Massengräbern begraben wurden.
2.) Es gibt noch mehr Menschen, die die Legitimation der NATO-Angriffe bestreiten: Genannt seien hier z.B. IALANA (JuristInnen gegen ABC-Waffen, Sektion BRD der IALANA) www.friedenskooperative.de/themen/inter-44.htm und Noam Chomsky www.germany.labournet.org/kosovo/chomsky-d.html

3.) Die UN-Charta www.un.org/Depts/german/charta.htm billigt weder ausdrücklich militärisches Eingreifen bei Völkermord, noch fordert sie es – jedenfalls nicht von der NATO in der gegebenen Konstellation.

Mit bestem Gruß
René Kohl

 

Von: PC-SECOND
Gesendet: Donnerstag, 13. Mai 1999 21:02:19
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Kennenlernen


Hallo Klärchen,
wenn Du Lust hast, dann mail ich Dir eine irre geile Geschichte, die wir dann wenn Du willst real erleben können.
Bis bald.

 

Von: mirko wenig
Gesendet: Donnerstag, 13. Mai 1999 02:16:24
An: null@dumontverlag.de
Betreff: monika weninsky- hoechst unwichtig!


Sehr geehrte Damen und auch Herren!


ich bin ein(e) möchtegernlyriker(in) aus dem schönen jena und habe keinen namen und auch noch nie ein buch veröffentlicht und wahrscheinlich noch nicht einmal talent. nun ja, dennoch- nun werde ich höchst ANMASSEND!!! (sehen Sie es als einen scherz an)- wollte ich mich erkundigen, ob die Möglichkeit besteht, im Rahmen ihres Internet-Projektes ein gedicht zu veröffentlichen. (Tschuldigung). nun ja, ich muß grössenwahnsinnig sein, habe bereits etliche absagen von etlichen literaturzeitschriften (ZeitRiss etc.), habe im Thüringer literaturwettbewerb platz 361! -aber, was rede ich? uninteressant! hier ein paar texte:

eine optische täuschung ?
lang (4 einheiten)
kurz (4 einheiten)
besitzen "lang" und "kurz" nicht die gleiche ausdehnung?lang (4 einheiten)
sehr kurz (8 einheiten)
besitzt "sehr kurz" nicht die doppelte ausdehnung wie "lang"?lang (4 einheiten)
sehr sehr kurz (12 einheiten)
nimmt die ausdehnung mit ihrer verkürzung nicht zu?

 

(eine KRITISCHE betrachtung der Riefenstahl- ästhetik):
eine nacht mit riefenstahl

bann


blankgewienerte schneewittchenhaut
stahlgegerbte adonismuskeln
schweißtreibend schweißtreibend...
die tore öffnen sich...
bloßgelegt der tempel
die statue der fruchtbarkeitsgöttin
reißt zaghaft ihr engelskleidchen vom leib
schweißgeschunden lächelnd
"tanz mit mir!"
"tauch in mir"
hinauf! hinauf!
"folge mir ins blaue licht!"
"folge mir!"
fuß auf hand
"ich trage keine schuld!"
sagte sie
als ich von den klippen stürzte

 

vakuum- safari


ich wuff wuff wollollollte NICHTS schr eieiei ben.
NICHTS mit si hihihi nn.
si hihihi nnentleert sozusa gack gack gack en.
hahaha hat nicht ge klapp klapp klapp t.
hier, eine zeile NICHTS!:
und selbst DAS ist KEIN VAKUUM!

 

alle Gedichte: Monika Weninsky '99 tja, habe ca. 150 derartige gedichte u. prosastücke geschrieben, wenn interesse besteht (hahaha!), dann m@ilen Sie mir doch bitte. mit freundlichsten grüßen
monika

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Von: v.Hasselbach
Gesendet: Sonntag, 30. Mai 1999 11:38:28
An: null@dumontverlag.de
Betreff: der herrliche bildschirtm - ein ungefragter Beitrag

Der herrliche Bildschirm

Der junge Mann sollte mir einen Computer einrichten. Er zeigte mir stolz
den seinen. Er war schon erstaunlich schnell. Man konnte - fast - ein Video
damit abspielen. Ach waren das fruchtbare Augenblicke, als die Welt noch unvollkommen war in dieser Hinsicht. Das Bild schien auf und floß, fast wie im Film, in eine sich abspulende Stadtlandschaft. Da, es stockte. Kein Filmriß. Nur ein Bruch, den Bruchteil einer Sekunde, vielleicht eher ein Sprung, wie in einer Vase.
Schon ging es weiter. Und dann wieder, dieser stockende Verkehr. Man konnte richtig bewundern, wie der technische Macher des Ganzen von Erfolg zu Erfolg schritt, von Fortgang zu Fortgang, um die peinlichen Brüche besser nicht zu erwähnen, die Kehrseite der Medaille. Na, siehste, es klappte. Man konnte verstehen, wo die Absicht gelegen hatte. - Nur die Sicht war gestört...
Herrlich, als ich nach Hause fuhr, der Wagen rollte würdevoll unter klar strahlendem Sternenhimmel durch die Schatten der Alleebäume, und Haus reihte sich an Häuser am dunklen Ufer des sich mit der Straße windenden Stromes, überwölbt von den Uferhügeln,. deren Umrisse nicht abreißen wollten, und alles, das Fließen, der Fluß, die Reihen nicht enden wollender Häuser und das sanfte Schaukeln der Baumkronen, das leise Schwanken der Alleebaumwipfel unter dem klaren, sternenübersäten Himmelsgewölbe überwölbt durch ein unendliches Ganzes, das nie abriß: den wunderbaren Strom des Bewußtseins, der das alles durchfloß und zusammenhielt als ein unendliches Ganzes und still dahinglitt in makelloser Reinheit des Seins, wie ein Gewand des Herrgotts, ohne Flicken und Risse, alles einhüllend und bergend ohne irgend etwas zu berühren und doch still dahinwallend in unendlicher Pracht.
Wie lächerlich das Gekreische auf dem Bildschirm, diesem winzigen Guckloch. Wie konnte man sich damit zufrieden geben.

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Von: Markus Wiskirchen
Gesendet: Mittwoch, 2. Juni 1999 22:46:20
An: null@dumontverlag.de
Betreff: 000101000100100000000100000101110000101000000001010
Dringlichkeit: Hoch


Nun. Eine Seite für jeden und alles? Ein Hort von Wort? Eine Ecke für Kecke? Ein Platz für die Katz? Zeilen zum Teilen? Mit Sätzen in Fetzen aus Digitalnetzen gesponnener Satz, der turbomorph via Kabel global wie lokal banal sein Ende auf der Welt nicht findet weiterläuft ohn' Interrupt als file kaum heil in Mega-bps schneller durch Drähte huscht schießt Mach 3 dann hier zu landen, wo leibhaftig Augen sehen lesen schreiben verweilen Zeilen anpeilen an Sätzen feilen und Klänge teilen.

Doch hört Ihr den Chor, den Chor!

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Von: Erich Nyffenegger
Gesendet: Mittwoch, 2. Juni 1999 18:23:41
An: null@dumontverlag.de


Ein nahender reiter ritt immer weiter
Bis eines tages nicht spät
Er in einen sturm gerät.
Und starb still und heiter.

Es war einst ein bauernkind auf dem lande
Es liebte den gerd aus der stadt
Der etliche häuser hat
Er wollt sie nicht haben es verlief dann im sande

Ein herr, man weiß nicht genau wer
Liebte es zu rauchen
Und im sommer ab und an tauchen
Doch unter wasser atmet man schwer.

Auf höfen in allen landen läßt sichs leben
Nur hier in dem weiler
Steht ein atommeiler
Ich geh dann mal eben.

Das frauenhaus in unserer stadt ist schön
Neulich traf ich die leiterin
Sie haßt männer weiterhin
Ich denk nicht das ich mich dran gewöhn.

In büchern kann man lesen, rauchen ist schädlich
Ich weiß nicht ob es wahr ist
Ich denk man ist auch christ
Und betet nicht unbedingt täglich.

 

Von: Karsten Tinnefeld
Gesendet: Sonntag, 6. Juni 1999 23:31:36
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Stilleben


sie war wie ein Stilleben
- ein trauriges -
eines das nur auf den einsamen Maler wartet

einer Trauerweide gleich
deren Spiegelbild sich noch fröhlich
im Strom wiegt
ihr aber stand die Zeit sti

für gewöhnlich fangen solche Maler
in den höchsten Wipfeln an
um dann den Stimmungen des Windes folgend
Grünton um Grünton hinab zu ziehen

bei ihr schwankte der Ton nie
der Blick auf eines ihrer Blätter
auf einen Ausschnitt
gereichte voll war sie doch
gleichförmig von Scheitel bis Sohle

kein Maler hätte hier hinaus gefunden
hatte sie sich doch vergraben
wie ein junger Sproß im tiefen Dickicht
wie ein Golf in einer Tiefgarage
Baujahr '87 lindgrün beheizbarer Innenspiegel

dessen Halter - Enddreißiger
Sachbearbeiter in mittlerer Position
kinderlos verheiratet Hund Dachterasse
hinaus auf gepflegte Hinterhofparzelle
zwischen lichtem Graugrün und dumpfem Ocker
täglich pendelte

sie hatte diesen Besitzer
und sie stand jetzt hier am Fluß
doch das Spiegelbild im Wasser
gab die welken Wangen nicht preis

nur
heute abend vergaß sie
unterzutauchen

--
Karsten Tinnefeld
Silence is the perfectest herald of joy:
I were but little happy, if I could say how much.

 

 

Von: Ernst Goerlich
Gesendet: Samstag, 5. Juni 1999 18:38:58
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Herrn Th. Hettche

Sehr geehrter Herr Hettche,
Ich schreibe Ihnen, weil ich durch Sie die Adresse eines der "NULL"-Autoren zu erfahren hoffe.
Zunächst aber möchte ich Ihnen sagen, daß ich die Idee "NULL" schätze und Ihnen sowie Ihren Mitarbeiten dankbar bin für die Arbeit, die Sie in dieses Projekt stecken.
Von "NULL" habe ich im Januar erfahren durch eine Sendung im WDR 3 Kulturmagazin "Mosaik" (Friedrich Riehl) und schaue seitdem gelegentlich bei Ihnen herein. Ich bedaure die Verwüstungen, die der Krieg bei NULL angerichtet hat. Nicht um Partei zu ergreifen, sondern weil mich abstößt, wie einige der Autoren über andere herziehen. Sorgen Sie dafür, dass das Projekt nicht an dieser Krankheit zugrundegeht!

Nun zu meinem Anliegen. Unter den Beiträgen schätze ich besonders die von Katharina Hacker. Da ich ein Buch von ihr vergeblich gesucht habe, möchte ich sie nun selbst danach fragen. Sind Sie durch die Autoren ermächtigt, Adressen bekanntzugeben? Oder würden sie einen Brief weiterleiten?
In zweiten Fall bitte ich um Ihre Brief-Adresse, da ich nicht per e-mail an die Autorin scheiben will.

Über eine Antwort würde ich mich freuen
und grüße sie herzlich.

Ernst Goerlich

 

 

Von: MMagner
Gesendet: Samstag, 5. Juni 1999 17:44:09
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Hi


Ausgehend vom Interview in DIE ZEIT bin ich auf die Seite NULL gestoßen und
durchaus angetan. Als Miniselbstbetreiber einer literarischen Internet-Seite (http://members.aol.com/mmagner001 würde es mich reizen, eine kleine unpolitische Diatribe zu Ihren Jahrestagen beisteuern zu dürfen. Falls Interesse besteht, bitte kurze
eMail schicken.
Beste Grüße aus Wuppertal
Dr.des. Michael Magner

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Von: Tigchelaa
Gesendet: Mittwoch, 9. Juni 1999 06:36:38
An: null@dumontverlag.de
Betreff: hettche, over !


Jaja, schön das alles, wir schreiben Tagebuch im Internet. Naja, ist unterhaltsam und lesenswert allemal, aber bei dem Stau und den zusammen-gefrickelten Websites echt müslig ! Puh, Krausser muß sich arg Mühe geben sympathisch zu wirken, ansonsten ist da noch viel Platz für Verbesserung.
Wie wärs mal Konkret mit Buttons für jeden Autor, wo die Texte dann nach und nach runterpurzeln ? Oder halt nach Monat geordnet und dann nach Autor. Kann mir nicht vorstellen, daß ich zu blöd bin, bei den ganzen anderen blöden Webpages hats auch funktioniert und wir sind ja nicht in Krakau, gelle ? Trotzdem krieg ich nur nackte Icons auf dieser Page und bin quasi blind auf den Email-Knopf gestoßen...
Ansonsten, weitermachen, setzen, würde ich sagen.

ciao, Klaas Tigchelaar

 

 

Von: Sabine Scho
Gesendet: Samstag, 12. Juni 1999 21:46:14
An: null@dumontverlag.de
Betreff: nullsummensendung

scho, sabine
12-6-99

ein roman beginnt: die meisten menschen haben ein verhältnis, wenn nicht mit anderen, so doch im mindesten zu sich selbst. sie begründen es mit einem 'weil', einem 'damit' und fühlen sich auf diese weise irgendwie im chaos geborgen. *** kam dieses verhältnis abhanden wie anderen ein schirm.
nun bricht der roman eines selbstverlustes selbstverständlich ab. ein gedicht beginnt, spurt und verläuft und bricht dann selbstverständlich ab. ein essay beginnt und bricht kein ende findend selbstverständlich ab. ein übersetzen beginnt und hält auf der spur und bricht erst nach jedem wort dann nach jedem satz dann nach jedem text ab. ein kontext ist keine unendlich verwobene fläche und bricht ebensogut ab. hinter sich alle brücken bricht die gleichung ab. ein auge bricht, d.h. ein mensch bricht ab. etwas zu ende gebrachtes bricht so ab.

29

Von: Geck, Frank Dietrich
Gesendet: Montag, 14. Juni 1999 15:41:00
An: 'null@dumontverlag.de'
Betreff: NULL

Ich weiß nicht, ich weiß nicht...
Die Gestaltung ist ja supertrendy, so trendy, dass die meisten sicher noch gar nicht merken, WIE trendy. Aber Minimalstandards an Lesbarkeit und Navigation sind leider nicht vorhanden. Egal, viel schlimmer finde ich, wie einigermassen bedeutende Schreiber das Forum nutzen, um ihren privatesten Stammtischunfug zu verbreiten. Als geneigter Leser fühle ich mich nur peinlich berührt und abgestossen. Texte im Internet zu verbreiten kann doch nicht heissen, Dinge zu schreiben, die kein verantwortlicher Redakteur je in ein gedrucktes Medium aufnehmen würde.
Nee, nee, nee...

 

 

Von: Ulysse Guldbrandt
Gesendet: Mittwoch, 16. Juni 1999 12:28:15
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Volle Acht Minuten

Acht Minuten
============

Bus Nierenblut Ädernetz
Lagersand Freudenheim Kuppelschall
Führerkoppel Cowboyhut Bad Seegeberg
Ziegelrot Stahlträger
Blechhaut Knochengeschütt Sturmgewehr
Ernste Fresse ziehen Hordenmord
Literaturbuchhandlung Lüsterglas
Ford Bronco Käsekuchen
Heidegger Schwarzkopf
Ich
spreche mich aus
Staccato Finger ausgestreckt
geht vorbei, gelenkige Schöpfkellen
irgendwie - ein Ballett

28

Von: jg
Gesendet: Sonntag, 27. Juni 1999 20:07:51
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Projekt Null


Liebe Macher von Null,

es ist interessant in den vielen verschiedenen Texten, mit ihren unterschiedlichsten Themen und Schreib-Stilen, zu schmökern, hier und da sich festzulesen und immer
wieder Neues, Überraschendes zu entdecken. Außerdem bin ich begeistert von der angenehm schlichten und graphisch ansprechenden Aufmachung Eurer Web-Seiten, die nicht von den Text-Inhalten der Autoren ablenken, ihnen einfach Raum und Rahmen geben. Ich hoffe Eure Seiten werden sich weiter mehren und spannend bleiben. Ich empfinde Sie als Bereicherung des WWWeb!

Viele Grüße
Jan Gattnar

27

Von: Garbe
Gesendet: Montag, 28. Juni 1999 12:13:49
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Millenium

Hallo Herr Hettche!

Beim Stöbern auf der "Null" las ich den Beitrag "Hettche rief an"
Sie haben hier zwar nicht angerufen, aber eine Jahrtausendkurzgeschichte
gibt es von mir auch: DIAVOLINA
Ich schick sie einfach mal.

Es grüßt Sie freundlich:
Dagmar Garbe

 

 

Von: Robert Sass
Gesendet: Mittwoch, 30. Juni 1999 15:34:05
An: null@dumontverlag.de
Betreff: ... und morgen wieder zum Dienst (Ein Dialog)


- Wenn er wieder anfängt zu singen, gehn wir rauf und überwältigen ihn von hinten, okay?
- Und dann?
- Wird er weggesperrt.
- Und dann?
- Dann machen wir Feierabend.
- Und -
- Was und.
- Und morgen?
- Was morgen.
- Wieder zum Dienst?
- Ja. Morgen wieder zum Dienst.

 

 

Von: Blumenliebhabernackschnack
Gesendet: Donnerstag, 1. Juli 1999 10:41:20
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Ich


Lieber Thomas Hettche,

hier mein Beitrag:


Von meinem Vater, er säuft

Lach
und lach
und lach
bis der Kummer in der Lache ertrinkt
wie eine junge Katze
von meinem Vater ersäuft
immer kann man nicht lachen
aber jetzt lach Tränen
Papi hat sich tot gesoffen
dein Mund fließt in Abzählreimen
über grüne Hügel hüpfen
nach all den Jahren
man kann nicht immer lachen
muß auch mal Wasser trinken
lach weiter
bis sich die Balken biegen
bis sie brechen
ich lach, du lachst, wir lächen.


Herbert Hindringer

 

 

 

 

Von: MANOEM
Gesendet: Donnerstag, 1. Juli 1999 20:28:19
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Ich möchte auch mal gelesen werden!


Nach dem Kärntner Lesefest, dass für mich immer wie Eiskunstlaufen ist, habe ich beschlossen meine allerersten Geschichten Null zu senden.
Das erinnert mich an eine Ausbildung, die die allererste war und Nullserie genannt wurde. Heute ist dies eine riesige Weiterbildungsstätte und besteht bereits seit
20 Jahren.

Null möge diesen Weg auch gehen.
Vielleicht komme ich ja mit.

Grüße aus Berlin von
Margarete Noack

 

 

Von: Ulysse Guldbrandt
Gesendet: Samstag, 3. Juli 1999 19:42:10
An: null@dumontverlag.de
Betreff: nullaminat


Das Buch gleitet hinten scheuernd. Es schiebt sich. Ich schiebe es. Autor steht auf, scheuert sein Hosenbein an der geleimten Tischkante, Büromobiliar, schiebt sich das eigene Reclam-Heftchen in die Arschtasche seiner Jeans, alte Hose und schon etwas muffig klammgerieben zwischen feuchter Luft und schweißkaltem Bein, schiebt es sich da rein, und denkt dann, es gleitet. Buch gleitet. Gleitmittel wie Gummibänder. Bücher gleiten im Sinne geschmeidig geschmierter Kondome, manchmal. Das eigene Reclam Heft, laminiert, er kuvertiert es förmlich hinein in seine rattenpralle Hose und so daß es dann arschrund oder gar zweigeflügelt den ganzen Hintern umgreifend in die Ritze gepreßt in der Tasche kleben könnte, rund um die Backe fassend, wie ein Schalensitz das Buch unter dem Sitzfleisch, das geht vorn nicht und hinten nicht, und dann geht es doch. Er läuft dann über die Wiese zur nächsten Telefonzelle. Das ist jung gedacht. Mit vier ist das so.
Er sieht sich selbst jung denken. Kaugummi in die Arschtasche und losflitzen, über die Wiese. Gelbe Zelle. Der Autor, er, sieht den Weg, die Wiese, ekelt sich vor dem ersten Schritt über die metallene Rabatteneinfassung, fuerchtet die Grasfeuchtigkeit, Halme in Exkrementen verklebt, oder einfach nur das Knie anheben, Arbeit an der eigenen Muskulatur, Fragen, wann man an der Zelle ankommen wird. Geschwindigkeitsschätzungen, eher links an den Blumen, oder aber mit Sprungvorwitz, etc. Dann der Schweiß am Hörer. Und dann Margit Lehmann, die qualvolle Langeweile eines nicht gesprochenen Gesprächs, der Widerstand der eigenen Stimme und der Widerwille gegen das Atmen, alles in zu kurzer Frist um etwas zu denken, mit eingezogenen Schultern gelähmt. Dann lasse ich den Hörer fallen und spüre, wie mir die Hitze draußen die Luft nimmt. Ohne, daß ich es gemerkt hätte, ist es Mai geworden. Ohne daß ich es maimerke, ohne daß ich irgendwie eine textige Markierung anbringen kann, Speckfarbe auf Eierschalen, Köpfchen raufen, ist es plötzlich hintenrüber, Textende, und ich spüre, wie mich draußen die Luft nimmt, voll Juni nun überall, schnell ging das, und leise kreiselt mein Textchen zum Himmel, Zukunftssterne an meinem Pop-Account, und unter Schmerzen gehe ich zwischen den Stiefmütterchen nieder auf die Knie und gebäre einen Roman, einen kleinen nur.

"Hast Du Dir das überlegt?" Heute: Abends eine Lehmann erdacht.

 

 

Von: 100.319816
Gesendet: Sonntag, 4. Juli 1999 04:32:07
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Fragen über Fragen

Hallo,

eigentlich habe ich nur eine Frage....

ich würde auch gerne meine Texte bei euch unterstellen.... ; nur ich finde keine LINKS auf eurer seite um dieses zu bewerkstelligen....

vielleicht bin ich allerdings auch einfach nur zu unbedarft, was das NETZ anbelangt....????

Könntet ihr mir da weiterhalfen ???


Freuen würde es mich schon

GRU? VOLKER

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Von: MANOEM@aol.com
Gesendet: Montag, 26. Juli 1999 07:18:38
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Schade!


Nach dem Kärntner Lesefest, dass für mich immer wie Eiskunstlaufen ist, habe ich beschlossen meine allerersten Geschichten Null zu senden.
Das erinnert mich an eine Ausbildung, die die allererste war und Nullserie genannt wurde.
Heute ist dies eine riesige Weiterbildungsstätte und besteht bereits seit 20 Jahren.

Null möge diesen Weg auch gehen.
Vielleicht komme ich ja mit.

Grüße aus Berlin von
Margarete Noack

 

Von: Maxim Loick
Gesendet: Samstag, 31. Juli 1999 03:47:52
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Null

Mein Beitrag zu Null:

Fahrt

Er fährt mit dem Auto auf einer Landstraße, es ist Nacht, noch Nacht, nur wenige Lichterpaare kommen ihm entgegen, hinter ihnen sitzt jemand in der Dunkelheit. Er zündet sich eine Zigarette an, man kann kurz sein Gesicht sehen, es ist grau, seine Augen tränen, starren angestrengt nach vorne, der Mund ist noch geschlossen, aber alles in seinem Gesicht zieht nach unten. Für einen Moment kann man nur den Motor des Autos hören, gleichmäßig, es geht geradeaus, keine Änderung des Straßenbelags, keine Schilder, keine entgegenkommenden Lichterpaare, nur die weißen Streifen in der Mitte der Straße, die am Auto vorbei rasen, sie scheinen unter dem stehenden Auto hergezogen zu werden. Er muß nicht beschleunigen oder bremsen, er muß nicht schalten, er müßte noch nicht mal das Lenkrad halten, er hält es fest, preßt seine Hände darum. Er dreht die Kassette wieder um, das hat er schon sehr oft getan, immer die gleiche Kassette umgedreht.
Die Umgebung kann man noch nicht sehen, die Dunkelheit hat sie verschlungen, vielleicht gibt es gar keine Umgebung, vielleicht schwebt die Straße im Vakuum, nur für kurze Zeit, nur in leisen Nächten. Er öffnet das Fenster einen Spalt, sein Blick bleibt auf die Straße gerichtet, er nimmt einen letzen Zug von seiner Zigarette, zerdrückt sie langsam und sorgfältig, prüft, ob auch der kleinste Partikel Glut erloschen ist, versucht, den Stummel im Aschenbecher zu versenken, der Aschenbecher ist schon lange voll, er drückt die Zigarette zwischen die anderen. Für ein paar Sekunden ist das Auto langsamer geworden. Er dreht die Fensterscheibe kurz ganz hinunter, seine Haare flattern im Wind, eine Haarsträne legt sich über sein Gesicht, er streicht sie nicht nach hinten, er inhaliert ein paar mal tief und lang die frische, kalte Luft, ein Lichterpaar kommt ihm entgegen, man kann wieder sein Gesicht sehen, seine Augen sind zusammengekniffen, zwischen ihnen ziehen sich zwei Falten zur Stirn, es scheint, als ob ein leichtes Lächeln seine Lippen umspielt.
Es gibt eine Umgebung. Nacht und Tag vereinen sich, ein flüchtiges Treffen, sie haben nicht viel Zeit für ihre Umarmung, immer wieder Hoffnung, immer wieder Verlust, gefangen in der Unendlichkeit, sie haben nie eine Chance zu zweit, sind beide zur Einsamkeit verdammt. Die Straße wird nun von einer weitgestreckten grauen Ebene umschlossen, liegt wie ein schwerer Strom in den flachen Feldern, auf denen nur Nebel wächst.
Es gibt keinen Punkt, an dem sich ein Blick festhalten könnte, allein die dunklen Scherenschnitte einzelner Bäume oder Bauernhäuser ragen einsam aus dem Grau heraus. Keine Farben, nur hell und dunkel, ein düsteres Gemälde ohne Tiefe, zweidimensional. Sein Blick ist jetzt nicht mehr starr nach vorne gerichtet, er sieht immer wieder aus dem Seitenfenster, aus dem linken Seitenfenster, die Welt hat sich erweitert, dehnt sich immer weiter aus, ist nicht mehr auf das Innere des Wagens reduziert. Das graue Licht legt sich auf sein Gesicht, legt sich um sein Gesicht, umrahmt seine bleichen Züge, es schminkt seine Augen mit dunklen Schatten, schnitzt immer mehr Falten in seine Haut, es entsteht eine Plastik, die absorbiert, nichts von dem Licht strahlt wieder nach Außen, der kleinste Partikel Glut scheint erloschen, aber warum sieht dann nach draußen? Immer häufiger ein leichtes ruhiges Drehen des Kopfes, ein Umgreifen am Lenker, sogar ein Strecken des Rückens, doch seine Lippen sind immer noch geschlossen, sanft geschlossen, seine Augen versuchen unnötige Bewegungen, jedes Blinzeln, jeden Lidschlag, jedes Zuwenden zu vermeiden. Sieht er das Draußen ? Er scheint nur zu registrieren, nicht zu bewerten. Ich würde ihm gerne etwas sagen, weiß nicht, was mich davon abhält. Muß ich schweigen? Ist es besser, wenn ich nichts sage? Ich überlege eine Weile, nenne das leere Treiben lassen in meinem Kopf Überlegen, unfähig, richtig darüber nachzudenken, ich kenne die Antwort schon und versuche nur, mir eine andere Wahrheit zurechtzubiegen, es gelingt mir diesmal nicht, es ist zu offensichtlich, ich bin zu offensichtlich. Nein, Schweigen ist hier nicht neutral, es ist Schuld, vielleicht bekomme ich mildernde Umstände angerechnet, vielleicht ist es menschlich nachvollziehbar, aber es bleibt ein bitterer Nachgeschmack, bleibt Schuld.
In der Ferne wird das Grau durch einen dünnen, hellgelben Streifen zerschnitten, wird in Himmel und Erde aufgeteilt. Es ist die erste Farbe, sie wird ihm entgegen gehen, wird alles, was sie auf ihrem schnellen Weg berührt, verwandeln, wird vorsichtig eine dünne, zarte Decke über die Welt legen, wird ihn irgendwann erreichen, doch SIE wird nicht anhalten.

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Von: Andrea Heinisch
Gesendet: Montag, 16. August 1999 20:40:02
An: null@dumontverlag.de
Betreff: InternetProjekt


Ich habe gerade ein wenig in dem NULL-Projekt herumgestöbert - eine spannende Sache!
Ich habe eine kleine Geschichte, die sich möglicherweise eignen würde.
Falls Interesse besteht - genauere Inforamtionen zu meiner Person reiche ich gerne nach!

Mit Grüßen
Andrea Heinisch-Glück, Wien

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Von: Claudine Brandau
Gesendet: Mittwoch, 25. August 1999 22:17:21
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Texte von Claudine Brandau


Zwei Texte unterschiedlicher Art, die, so hoffe ich, gefallen! Wenn es so ist, melden Sie sich bitte bei mir! Ich würde gern teilnehmen an Ihrem literarischen Projekt!

1. Sprachspiel( bitte laut lesen!)


1.

Die finstere Motte

Komm herein, finstere Motte,
weiß mohnt der Schnee am Hamelein,
ein triller Bausch feecht durch die Nacht,
und Kauz und Krochte schieten im Wald.

Ich halte still, finstere Motte,
braun ist dein Schlapp aus Moor deine Kutte,
klimpernd sacht deine fachten Schwaden,
flatt, flatt, flatt auf meiner Hand.

Ich frage dich, finstere Motte,
brauner Engel aus lauschtem Fach:
Kommst du von den Schtiemen, die im Hamelein schtrotzen,
und von den fernen Pallonaden,
die schnaben die fubste Melodei?

Jipp - schnibbelt die finstere Motte,
und ihre Schtrotzen gluhchen wie Schtiemen,
die prim-prum-prohieren - pauh! Boah!
Und aus sticken Butten schrilltrillerliert sie:
von oten Takeln und lotem Patt, von iezen Küten und teutem Toh.

Es war das Lied vom großen O!
Die Mohnschonsanonate.

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NULL IM TUNNEL

Das alljährlich vom Literaturhaus und dem Literarischen Colloquium Berlin veranstaltete presse-öffentliche Autorentreffen "Tunnel über der Spree" beschäftigte sich in diesem Jahr vom 10.9. - 11.9. unter Beteiligung von NULL mit Literatur & Internet.

Literarisches Colloquium Berlin, Am Sandwerder 5, 14109 Berlin, Telephon 030 - 8169960

 

Von: nothnagel.baumann@t-online.de
Gesendet: Freitag, 17. September 1999 19:14:32
An: null@dumontverlag.de
Betreff: null; in/out


Halloo null!
Ist da niemand mehr? Wieso gehts nicht weiter auf Seite in/out?
Gab es keine Zuschriften mehr?
Gruß Judith Nothnagel

 

NULL IM ARCHIV

Anläßlich der Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft literarischer Gesellschaften präsentierte sich NULL vom 18.9. - 19.9. im Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg unter anderem mit einer öffentlichen Veranstaltung am Samstagabend um 20.00 Uhr.

Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg, Rosenbergerstr. 9, 92237 Sulzbach-Rosenberg, Telephon 09661 - 2659

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Von: muc@mails.ch
Gesendet: Mittwoch, 29. September 1999 13:19:32
An: null@dumontverlag.de
Cc: 1
Betreff: NULL: Wo kann man selber michmachen?

Hallo Freunde,

Wo kann ich selber mitmachen/mitschreiben bei dem vielen Schwarz?

Vielleicht bin ich aber nur zu ungeduldig?

Danke fuer kurzen Piep.

 

Von: ulrike.bg@t-online.de
Gesendet: Samstag, 2. Oktober 1999 22:40:12
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Ausdrucken


Liebe Macher,

wißt Ihr, daß sich die Seiten nicht richtig ausdrucken lassen? "This job requires more memory than is available in this printer." Nun, ich habe keinen schwachbrüstigen printer. Natürlich kann man die Texte in Extradateien speichern etc. Aber bißchen umständlich.

Ich denk, das Problem sind die schwarzen Flächen. (Meldung: "Reduce the number of fonts in the document.")

Vielleicht weniger Friedhof? Wär schön!

Gruß aus München

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Von: Benilton
Gesendet: Dienstag, 5. Oktober 1999 01:07:14
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Leider dass ich nur diesen Artikel gefunden habe


Was passiert zum Menchen wenn die Dichtung öffnet die Meinung und das Wort geht züruck zum Anfang? Das isto doch die Poesie: der Anfang. Das Genesis. Der Schein des Anfangs. Ich bin Dichter in Brasilien und lese gern auf Deustch.Ich wohne in Belém, im Nord. Ich habe die ganze Seite durchgelesen. Leider dass ich nur diesen Artikel gefunden habe. Ich wollte merh Poesie in Netz zu forschem.

Benilton Cruz
Belém PA
Brasilien

 

Von: MIRKO WENIG
Gesendet: Dienstag, 5. Oktober 1999 11:33:58
An: null@dumontverlag.de
Betreff: neues gedicht (von Mirko Wenig)

hallo!
hier wieder einmal ein neuer auswuchs meiner kreativitaet:

als wir den ozean zersägten


einen ozean wolltest du pflanzen...

erwachten im quietscheentchentraum
tausend wale zogen mit uns bahnen
tausend robben spielten mit uns ball
tausend wellen schaumschlag

die illusion spielte plitsch platsch
mit löchrigem schwimmring um den bauch
plitsch platsch spielte der schwimmring
mit löchriger illusion um den bauch
plitsch platsch spielte der bauch und verdaute
schwimmring und illusion

mit der gießkanne wolltest du einen ozean pflanzen
damit wir uns fischen können
an goldenen angelhaken

einen ozean wolltest du pflanzen
damit wir ihn begrünen können
mit unseren blauen träumen


einen ozean wolltest du pflanzen
und vergaßt die säge nicht


als wir säten
sägten wir


(Mirko Wenig ´99)

 

 

Von: Thomas5181@aol.com
Gesendet: Mittwoch, 6. Oktober 1999 20:16:59
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Null-Beitrag

Hallo,

ich habe Ihre Homepage mit Interesse gelesen und finde die Idee und ihre Umsetzung großartig. Da ich selber von Zeit zu Zeit Gedichte und ähnliches verfasst habe, habe ich an diese e-Mail gleich eines "angehängt".
Hoffentlich gefällt es Ihnen und sie nehmen es in ihr Projekt auf. Allerdings ist mir einiges noch nicht klar geworden: Werden sämtliche Beiträge in Buchform veröffentlicht? Wann wird das Buch (wenn es eines gibt) erscheinen? Sind sie Mitarbeiter vom Dumont-Verlag? Kann ich am Freitag, den 15.10.99 auf der Buchmesse in Frankfurt weitere Details über Ihr Projekt erfahren?
Vielen Dank schon im vorraus für die Beantwortung meiner Fragen,
Thomas Reiner

 

 

Von: F.F.[SMTP:FF@MAGNET.AT]
Gesendet: Sonntag, 10. Oktober 1999 20:23:32
An: 'null@dumontverlag.de'
Betreff: Notizen

Sehr geehrter Herr Hettche,
mit ganz großem Interesse und Neugier habe ich mich auf Ihrer website umgetan und über dieses faszinierende Projekt gestaunt. Ich sende Ihnen anbei einen kurzen Text, vielleicht können Sie ihn dazunehmen. Ich würde mich sehr darüber freuen.
Es grüßt aus einem herbstelndem Wien

Felii Frisée


Letzter September
Den ganzen September waren die Schokoladencroissants in der Anker-Bäckerei im Angebot, und jeden Tag kaufte ich eines, bevor ich zu meiner Mutter ins Krankenhaus fuhr. Jeden Tag freute ich mich auch aufs Neue darüber, daß es im Gebäude nicht nach Desinfektionsmitteln roch, sondern nach Kaffee. Wann immer ich zu ihr kam. Vielleicht liegt es daran, daß es ein Wiener Krankenhaus ist.
Die Tage waren warm und schillernd und glitten unmerklich in dieses frühherbstliche Schweben, in dem die Bewegungen langsamer werden. Ich sagte allmorgendlich mein Sommergebet auf, damit die schöne Zeit fortdauerte: "Es ist, als würde der Sommer sich weiten / um mir Zeit zu geben / ihn zu erleben". Es half.
Meine Mutter und ich sahen durch das Fenster im 16. Stock über die zusammengewürfelte Stadt, erkannten jeden Tag ein paar Gebäude mehr und freuten uns, wenn die Vorhersage am Ringturm wieder Sonne prophezeite.
Auch wenn Ma nichts davon hatte.
Ich riß mir die Zeit an ihrem Bett aus meinem übervollen Terminkalender und kam dennoch in diesen Stunden zur Ruhe. Als Tochter saß ich bei ihr und ließ sie zum ersten Mal nach langer Zeit durch meine Erzählungen wieder intensiv Anteil an meinem Leben nehmen. Es tat uns beiden gut. Wir wurden Freundinnen. Spätabends ging ich dann nach Hause, zurück ins Schreiben, dem einzigen, was zu dieser Zeit nicht weh tat.

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Von: Lord Kray
Gesendet: Dienstag, 12. Oktober 1999 06:35:18
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Oh jeh!

Guten Tag,

habe mir heute den neuen Spiegel ("Die Enkel von Grass und Co.") gekauft. Und ich habe beschlossen: Es gibt Literatur nach Eichendorff. Wenn auch nicht viel.
Erstaunlich, dass ich - abgesehen von Eichendorff und den Romantikern - ausgerechnet bei Benjamin von Stuckrad-Barre und Helmut Krausser - nach jedem dritten Satz "Ja, genau!" rufen muss.
Eine kleine Reise durch das bei Ihnen ausgestrahlte Material zeigt mir jedoch: Selbst "Literaten" kochen nur mit Wasser. Was finde ich? Überwiegend dünne Geschichtchen. (Einige der Null-Schriftsteller hätten jetzt sicher schlau den Bogen zum Wassersüppchen
geschlagen.)
Nein. Ich kann es nicht besser. Wollte ich nur mal loswerden. Und zu den Elfton-Gedichten der Unentdeckten sage ich gar nichts.

Trotzdem gefällt mir die Null-Idee sehr, sehr geil.

 

 

Von: tvonstuckrad@t-online.de
Gesendet: Mittwoch, 13. Oktober 1999 00:22:33
An: null@dumontverlag.de
Betreff: kein Betreff

Sehr geehrte Damen und Herren,

anbei eine von mir verfasste Kurzgeschichte, welche in meiner persönlichen Umgebung bereits auf Ovationen stieß.
Für eine etwaige Publikation wäre ich Ihnen sehr verbunden, verstünde indes naturgemäß eine Ablehnung, erwarte eine solche im Grunde.

Auf Antwort hoffend sowie für die Lektüre dankend,

Thimo von Stuckrad.

 

 

Von: Deborah Foulkes
Gesendet: Donnerstag, 14. Oktober 1999 12:16:34
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Beitrag

wie zärtlich man
mit einer kettensäge umgehen kannsie schweift hin und her
streift
die berberitzen
es ist eine liebkosung
sie sind dankbar


es ist möglich
in Chorweiler
dankbar zu sein

die berberitzen in Chorweiler
sind dankbar sie atmen auf
einer kettensäge liegt sanft und leicht
in der hand
es ist gnädig
so
gestreichelt zu werden
von aller last
der blätterwelt

endlich

be freit

dankbar dank dankbar
die berberitzen am straßen rand
in
Chorweiler

21.9.99

 

 

Von: nothnagel.baumann@t-online.de
Gesendet: Donnerstag, 14. Oktober 1999 13:38:16
An: null@dumontverlag.de
Betreff: in/out; veröffentlichte Texte

Hallo Null!!

Das ist ja nicht zu verstehen, mein blöder Spruch, (ob Null keine Zusendungen mehr bekommen hat), wird ins Internet gestellt. Aber mein Beitrag, ein Zeitzeugnis fürs Jahr 1999 nicht.
Vielleicht ist er ja auch verloren gegangen:

Erdfinsternis

Ausgestorbene Städte leere Straßen
der Marktplatz getaucht in eingefrorene Stille
Wandelndes ich zwischen erwachenden Figuren
niemand sieht die Augen der Anderen
erhabene Planeten weichen von ihren Stellen
aufkommender Wind Menschenfreundschaft
die Zeit rauscht durch orangene Tore
goldene Dunkelheit kriecht über die Welt
vibrierende Körper vereinen sich mit herabsteigendem Himmel
einzelne Vogelrufe erinnern an Lebendigkeit
die Tiere legen sich schlafen
Sonne und Mond tauschen unbeobachtet Geheimnisse
im Schatten verharren die Zerstörer

Judith Nothnagel

 

Von: Andreas Reinhold
Gesendet: Freitag, 15. Oktober 1999 20:24:51
An: null@dumontverlag.de
Betreff: null


Herbstliche Vermählung

Schlag auf
deine sehnsuchtsverhangenen Augen
daraus du trankest süßen Saft des Vergessens
im Gewand der einsamen Nacht
Der Fliedermond liebkost deinen Pfirsichmund

Ach, laß mich ein weiteres Mal
davon kosten
in der Nische deines Busens
ruhen

Betörend
der Gesang der Eule
sie lauert in
ihrem Nest
welches dich frösteln ließ

Sturmwind entfacht

Oh, meine Herbstbraut, vergilbte Laubblätter
werden unsere Trauzeugen sein

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Von: B. Odile Endres
Gesendet: Montag, 18. Oktober 1999 17:05:50
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Internet-Literatur

Hallo,

Kompliment für ihre "Null-Site". Eine schöne Idee, diese Karte zum Einsteigen.
Ich vermisse nur bei vielen Beiträgen die Elemente Bild und Hyperlink. Die Bezeichnung Literatur-Pioniere scheint für diese Art von Literatur mehr als gewagt. Wie sehen Sie das?

Die wahren Literatur-PionierInnen bewegen sich offensichtlich jenseits der Verlage. Vielleicht wäre ein Link auf die diversen Internet-Literatur-Wettbewerbe nicht von Schaden?
Gerne können Sie auch irgendwo einen Link auf meine Web-Page setzen: sie
besteht zum großen Teil aus Internet-Literatur - so wie ich sie als Schriftstellerin verstehe. Besonders empfohlen seien die "Spuren". Aber auch die jahr.1000.www.ende bietet sich an.

Nehmen Sie's als Anregung.

Viele Grüße
B. Odile Endres


Oder der Beginn zum Glaube?</span> Von: RolandZoss
Gesendet: Sonntag, 24. Oktober 1999 23:34:03
An: null@dumontverlag.de
Betreff: hand aufs herz

Guten Tag,
Ihre Site ist etwas vom Originellsten, was mir unter den Sternen ins Auge geschnuppt ist! Gratuliere.
Hätten Sie ein Schwarzes Loch frei, in dem ein Poem Platz hat?

http://www.bboxbbs.ch/home/zoss/schrift/handpoem.htm

Seid gegrüsst
Roland Zoss

 

Von: doreen
Gesendet: Samstag, 23. Oktober 1999 15:00:05
An: null@dumontverlag.de
Betreff: von Gunnar Lonkowsky

DER ALTE MANN

Da sitzt er, ein alter Mann,
geknickt am Stock, der ihn hält
und gefangen in der Hülle seiner selbst.
Mit einem Gesicht, das sprechen kann,
und Händen, die Hoffnung berührten.
Gefangen im Käfig der Zeit.
Beschränkt?
Da sitzt er, ein weiser Mann
und blickt ins Nichts.
Verloren in sich?
Zeit belohnt mit Einsamkeit
und Hoffnung mit Angst.
Ist das das Ende?
Oder der Beginn zum Glaube?

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Von: "Bernd Liß"
Gesendet: Samstag, 30. Oktober 1999 15:36:54
An: null@dumontverlag.de

Hallo!

Mich würde interessieren, wo Thor Kunkel geblieben ist, der leider den Ingeborg-Bachmann-Preis nicht bekommen hat, jedoch trotzdem mehr als bloß lesenswert zu sein scheint......

Ciao!
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Von: Helga Mali
Gesendet: Mittwoch, 3. November 1999 07:05:36
An: null@dumontverlag.de
Betreff: hettche

hettche war also mal ein kind...
ich gehe davon aus, dass man sich alle texte
runterladen darf zum billiglesen. danke,
helga marie mali
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Von: Andre Stockamp
Gesendet: Sonntag, 14. November 1999 20:51:46
An: null@dumontverlag.de
Betreff: Teilnahme an dem Projekt "Null" !

Sehr geehrter Herr Hettche
Vor wenigen Tagen erfuhr ich von einem Bekannten von dem Projekt "Null" und habe heute die Zeit gefunden mir die Seite für eine längere Zeit anzuschauen und verschieden Geschichten zu lesen.Ich wußte nicht von dieser Seite und habe viel Spaß beim lesen gehabt.Da ich selber gerne schreibe und überlege etwas von mir zu schicken,würde ich gerne mehr über die Bedingungen zur Teilnahme wissen.Ich freue mich über mehr Informationen und hoffe auf eine Antwort.

Gruß: André Stockamp

 

Von: weiling-pr@t-online.de
Gesendet: Sonntag, 14. November 1999 21:01:12
An: null@dumontverlag.de
Betreff: NULL ansehen und lesen

Neugierig auf eine Vorerzählung zu Jahreswende, quicke ich www.dumontverlag.de/null/:


Null: gegen Null soll die Hardware gehen, bald, demnächst in den Jahren, nach den großen drei 0-en. Gegen Null und implantierbar, schluckbar, spritzbar, auf Reisen durch Adern und H I R N. Nun also vorerst doch noch der Schirm (als Schutz vielleicht?). Und "in" NULL? schönes, schwarz-weißes Design. (erinnert an Braun-Rasierer und Brauns Schneewittchsensarg). Schöne Karte und Index und zwei Reihen von Monaten untereinander. Und w u n d e r s c h ö n e Texte. Tieftraurig: Ich bin Klärchen, unter dem Schädeldach: auf dem Schirm stehts, schwarz auf weiß (oder das, was die Gewöhnung dafür hält). Auf dem Schirm und ab in die Datenbahn, die Übertragungszeit geht gegen Null.
Ich bin Klärchen, schwarz weiß und Böse Löwen, Nebel, Adressbuch, Warten Wäscheleine, Schnecke, Eigengehäuse, Rattenkanal, Keller, Rost an meine Räder, Kronen des Parks, Schläfen, Transit, Wetternet, Julia, Babajaga. Galerie.
Ein Held ohne Krieg: das wär doch was. Theater, Polaritäten, Arno, Geiger, Zero eins, Sirene, Postkarten (IV), Postkarten (VI), John, Ode, Postkarten (V), Lachen, Kulturreferent, Verschlußzeit, Bremen, Postkarten (I), Postkarten (II), Postkarten (III), Dein Jan Peter Bremer, Schutthaufen, Schemel, Frische, Sonne, den Mond berühren, Armbändchen, Geisterstunde, 0, das Jahr des Sonderdorados (Welser und andere Konqustadoren), Versuche, Zeit hervorzubringen, Zweitausendfähig, Mitternacht zu lesen, Zero vier, Zero drei, Zero fünf, Zero sechs, Wolfurt im August, Mattigkeit, Einsam, Stefan, Katharina, ein Zitat geht in Ordnung, Hirn, Ein Tag, Universalratgeber, Hacker, Ein Tag,, Ein Tag,, Professor Inge Flimmrich, Katemin, Ein Tag,, Joachim, Recht und Unrecht, Solothurn,, Kosovo. Ein Protokoll, Leben, Jota, Lieber Thomas, Mon, Aug, Goethe und ich, Erdbeben, Ego, Herbst, Ich bin Klärchen, Auge, die Fabel, Doctores, Für den nächsten Tag, Holbein, Länglichkeit, lieber Thomas, Mal wieder NULLung, diesmalberlinsch, meine Zeit, Mittwoch im Silberstein, Pop, Pustekuchen, Scheitern?, Zweifel, Zoe, Weltuntergang, Walpurgisnacht, Tunnel über der Spree, Tierleben, Sonne, Sommerloch, Sendung, 0, Chrom, Netzliteratur,, Nullung, Holocaust, Thema EURsthetik, Zwischenzeitliche Notizen, Sehnsucht nach ner Nase, Lachen?, Blitzschach, Klimazonen in uralten Schädeldächern, Birgit, Trugwild, Klingeln, Versagen, Gefühl, Halloween, Hallo, Jota, Gute Nachricht, Helfershelfer, Joachim Helfer,, Durchsicht, Erzählen und Entscheiden, der Fall Ophelia, Haut écriture Colloquium Berlin, Inkubation, Natur,Göteborg, Wellen, Frühes Ende, Rhein und Strände, Mehrweg, Film-Film und das Nichts, 0, blond, anders, UHU-Bomber (to be continued), Ungeduld, Nervosität, Aufräumen, Nördlicher Sternenhimmel, Wanderer auf Umwegen, Gladiatoren, Extreme, Aufräumen, Rap Pur, Don, Okt: 7 (/), die zwölf Osen, (Januar) zur ersten Ose: Obachtl, Zweite Ose: Osm, Kathrin, zur dritten Ose: Lotterie, zur fünften Ose: Lebl, Brückenkopfl & Co, zur achten Ose: Endl, zur siebten Ose: Wundr & Furunkul, zur vierten Ose: Teer, Sabine, Vorerzählung, Saison, Folgen, Jota, Millenium, 0, von Buddha, Mozart und Hitler, Schneiderlein, Ein Denkmärchen, Aufruf, Widersprüche, NULL-Teilnehmer und NULL-Benutzer, Jan, Sohn, Vorhandensein, Johannes, Freunde, Hirnspiele, Freunde!, Multimedia, Durchschnitt USA, Literatur, Eins sagt sie, Drei sagt sie, Füße im Himmel, Internet, Asyl, Sechs sagte sie, Rede, Ziffer, Füße im Himmel II, Gedenken, Amt, Professor, Vergeltung, Vorgänger, gegeben hätte, Bad in Oslo, Maulbeerticker, Wörter, Auskünfte, Prosaischer Ausflug, Bogen, Zwei Notate, Jan Peter, Ode, Sonnenuhr, Ende, Jahrhunderts, Bulgarien, Tina, Falken, Kricketfeld, Monsun, Schatten, Respekt, Kaiser, Gesicht, Bestes, Wanne, Respekt, kleiner Schlegel, Lärm, Welt, Morgentau, Hotellift, Koffer, Treppen, Ecke, Loge, Wohnungen, Straßenbahnen, Finanzierungsroute, Chinatown, Opium, Zähne schwarz, Seide, Tee, Kopf über Wasser, Trommler, Takt, Lächeln, Treppenhaus, Behalten, Ziffer, letzte Stunde, Dezember, Großer Rat, Rücken, Zinnen, Mund, Zunge, Börse, Dachziegel, Nußschalen, Feuer, Hitzträume, U-Bahn-Orange, Jungs, Kirchen, Köpfe, Base, Piquéstoff, Schlieren, Türkis, Sonnenbrillen, Nacken, Klänge tragen noch immer Frisuren, Haarfarben, wie im letzten Jahr, Seewind, Alleebäume, Jahr, Jahrtausendwende, Welt, Datum, Achselzucken, Medien, Marketing, Kulturbetrieb, Politik, Abschnitt, Projekt, Null, Jahrtausend, Wort, Internet-Anthologie, Klang, Bangen, Fernsehen, Lenor-Gewissen, Geschöpf, Männer, Umriß, Kurven, Babyspeck, Haare, Wasserfall, Rücken, Alleebäume, Sonnenblumen, Treppe, fremde Körper überall, anliegende Hemden, Gerüche, Gewölbe, Soul, Poren, Schlepptau, Sommersommersommer, Richtung, Weitung, Sonderling Ende, Treppe, Pochen, Wiegen, Luft aus Sex, Baß, Tage, Straßenbahn, Giftgrün, Besen, Eimer, Balkan-Initiativen Moudi, Zeitlupe, Bewegungen, Kamerun, Sakko, Schlaghosen, Farbtöpfe, Augendeckel, lila Schatten, Wimperntusche, Debatte, Feuilleton, Intellektuelle Europas, Buch, Haltbarkeitsdatum, Emphase, Aufrauschen, Verantwortung, Generation, Geschichte, Gespräche, Reflexe, Jahrhundert, Zisch, Plopp, Balkan-Kulturprogramme, Elchschaufeln, Rudolfplatz, Alleebäume, Sonnenblumen, Massengrab, Tonschüsseln, Hochzeit, Morgen, Morgenmantel, Quittenbaum, Turnschuhfüße, Furchen, Erdbeeren, Ziegelschalen, Gehsteig, Lust an der Hüfte, Ausgabe, Breiwasser, Himmel, Weiß auf Schwarzweiß, Lücken der gebrannten Dächer, Handfläche, Höhe, Lebens- und Schicksalslinie, Schlechtes, Sturm, Bäume, Lang, Verrückter, Breiwasser, Löschwasserpfützen, Lücken der Dächer, graue Jogginganzüge, Kavallerie, Erinnerung, Vergessen, Gespenster der Archive, Herbstaus der Patsche zu helfen, Dagmar, Europa, Umgebogen, Geborgtes, Tau zwischen den Jahren, Eisenbahn, Hochsprung.
Gegen Null.
Vorerzählung
Vorerzählung

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Von: Schmauck.Langer@t-online.de
Gesendet: Montag, 29. November 1999 13:25:39
Betreff: Marcel Beyer 7.10.

Antwort auf?

 

Von: Schmauck.Langer@t-online.de
Gesendet: Montag, 29. November 1999 13:40:02
Betreff: Marcel Beyer: 7.10.

Jochen Langer: Doppelte Buchführung

Ohne dass ihm das selbst sogleich bewusst wurde, begann Frederik, was seine Beobachtungen betraf, irgendwann mit einer Ar von 'doppelter Buchführung'. Er hatte eine Wohnung in Grünau zugewiesen bekommen, einem Neubaugebiet für 80000 Menschen auf der grünen Wiese, ein paar Kilometer außerhalb vom Zentrum Leipzigs, gleichwohl mit S-Bahn und breiten Zufahrtsstraßen gut erschlossen: einige Dutzend gewaltige Wohnblöcke, gesichts- und schmucklos, darunter zwei drei Quader, kaum unterscheidbar von den Wohnbauten, in denen Schulen, Kindergärten,Einrichtungen des täglichen Bedarfs untergebracht waren.

Seine Tarnung bestand darin, dass er bei der Messe arbeitete, bei einer Abteilung, die Handelsgeschäfte mit den Skandinavischen Staaten abwickelte. Diese Firma existierte wirklich, und sie machte auch wirkliche Geschäfte. Er hatte ein kleines Büro, kaum mehr als ein Schreibtisch, vor und hinter dem jeweils ein ärmlicher Stuhl stand, ein Rollregal, eine Schreibmaschine und ein paar Aktenordner, die mit den Nationalitätskennzeichen von Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland beschriftet waren. Auf dem Schreibtisch befand sich ein Telefon, das abgehört wurde.

Er war der Sohn eines Stalinisten alter Schule, der erst nach dem Sturz der Ulbricht-Clique an den Rand gedrängt worden war.
Seine Mutter hatte ihren Mann in Moskau unter Emigranten kennen gelernt, was eine ehrenwerte Mythologie war. Ihr eigener Vater war von den Faschisten im spanischen Bürgerkrieg standrechtlich erschossen worden. So weit die Fama, die Moskau erreichte. Georg Thorns Eltern waren in Dresden während der englischen und amerikanischen Bombenangriffe auf die Stadt; ihre Leichen wurden nie gefunden.

Manchmal fragte sich Frederik, ob er ihn diese Herkunft dazu prädestinierte, ein besonders linientreuer Verfechter des Sozialismus zu werden.

Oder ob er ein Opponent gegen das System hätte werden müssen.
Wie lange, wie viele Jahre hatte er mit der Vorstellung gelebt, zu den Auserwählten zu gehören, die ihr Glück untrennbar mit dem ihres Landes verbanden?

Doch irgendwann, das wusste er, ohne einen bestimmten Zeitpunkt nennen zu können, war es ihm sinnlos erschienen, weiterhin einfach zu leugnen, dass das herrschende System dem Glück des Landes ebenso abträglich war wie dem eigenen. So ließ ihn der Gedanke nicht mehr los, die Arbeit an diesem Unglück aufzugeben.

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Von: weiling
Gesendet: Donnerstag, 9. Dezember 1999 21:33:22
Betreff: Eine Suada für Birgit Kempker

Ich sende Ihnen:

""Eine Suada für Birgit Kempker
Geschirr kann stechen. Der Baum: "Freut dich das?" Ich mag Tagebuch. Was
ist: 'Sorry-sein?' Ich lag in Schüben wie in Pappeln, jetzt rauschen sie noch. Natürlich gibt es eine Schublade (aus Holz). Es fällt mir ein, dass ich glaube, es ist gut. Fürs Ekelhafte ist die Kunst und edel.
Sehe ich mich, wenn es mir einfällt, mir einfällt, dass ich ekel, und ekelig bin?

Ich stand im Haus. Ich stand vor dem Abbruch. Sich brüsten, vorm Haus aus Baumholz. Kaum zu unterscheiden waren die Flamingos, die ich zeichnete und seien es Übergangsvögel am Abend-himmel. Sie können auch schlimmer als Enten in einen Aufruhr geraten.
"Aber wir kommen aus der Kindheit." behaupteten sie. Was allen ekliger ist wegen der Fiktion. Was ist sie - die Fiktion?
Ficktion? Rhetorik?
Wer macht Rhetorik vor dem Baumholz-Haustor?

Bei Johann in der Altstadt, das gute Essen, das gute Licht, der gute Blick. Ich am Anfang der Schlange. Was heißt: ich genieße? Nach dem Ekligen langen Stück für Stück. Hervorzustossen, Zeile für Zeile. Räpchen hier, Rändchen dort. Dass ich hier an dem Standpunkt, an den Flamingos vorbei gehe, weiß ich selber. Knurrhahn. An was es einmal in mir brechen wird und davor , Zeile für Zeile? Oder in die Zeitung, ins Magazin? Auch recht, soll auch recht sein. Keines meiner Glieder.
Apropos Geister! Es mangelt nicht an Behandlung.

Einmachen ist manchmal ein dreckiges Geschäft. Ich mache zum Beispiel Metzger ein, dass ich auf fahlem Schimmel sie nicht beleidige, ist richtig: als gemeines Geheimnis nicht. Im Gebiet springen sie weg. Frag ruhig, warum! Beruhigung entweicht ihnen kurz, bis sie kochen.

Er, ihr Innungsmeister, mag Rhetorik. Er macht zum Beispiel, bevor er denkt, den Bauch flach. Denkt er. Flach bin aber nur ich in der Welt.
Wenig Widerstand bietet er mir, der Alte. Er bietet auch keinen Angriff.
Ich freue mich, dass alle Metzger keinen bieten. Eins aber ist Dasselbe in anderen Gestalten: an Wänden wirkt das Bild sehr doll: der Vater, der mich entdeckte. Bitte kein Klappern, kein Kategorienfehler, bitte keine Schlangen, bitte dabei sauber bleiben.

Wer Rhetorik angeht, handelt er, wie er beliebt. Dass ich das kann, eher als dass ich leer brechen kann, muss damit zusammenhängen, dass ich neu bin und auch sein muss, so ähnlich.

Wittgenstein im Zentrum zu brechen, zart und stumm, ist schwer. Zum einen ist, was er ins Tagebuch schreibt, eher schwarz. Zum anderen berichtet noch jemand kaum, dass ich es war. Ich suchte da unten, wo ich stand. Und doch wollte ich reiten. Auch das Mädchen ritt. Auf einem Ruhefleisch.

Heisst das, dass Ekel gar nicht wichtig ist? Dass mir einfällt, dass ich mich vielleich vor gar nichts ekel? Dass es soweit gehen könnte, dass ich Flamingofleisch esse? Was für eine Fiktion! Ist denn der Flamingo das, was das Tagebuch aus meinem Gedächtnis machte? Oder nicht noch weniger?

Dem nach einem äusserlichen Schein Beurteilten fällt es schwer, sich einzurichten.
Ich ekel dem Eis aus Kühlschrank. Das Eis war kühl. Ich ekel dem Räpchen hier, dem Rändchen dort.

Nein, dass ich hier am Rand des Stadtparks an den Flamingos vorbei sehe!
Ich ging an ihnen noch nie vorbei. Den Flamingos gebührt kein hartes "Vorbei!". Ich ging ein andermal darüber nachdenken, was es mir einmal brechen wird. Und davor ging ich überlegen, Zeile an Zeile oder in die Zeitung, ins Magazin. Auch ins Hirn käme ich mit meinen Zeilen gerne.

In sich käme gerne ein Mädchen mit einem Liebhaber, den ich kennen sollte. Ein Liebhaber, vor dem nicht in belchischen Worten gewarnt würde. Für sich käme sie gerne hinein. Ich sehe mich vor.

Hart auf den Boden knallen - das war in dem Bungalow im Stadtpark, neben dem Weg an den Flamingos vorbei. Der Liebhaber , mit dem ein Mädchen gern in sich käme, gedemütigt durch Zwang, im Himmel, kannte die Strecke. Diese Tiere, denen ich so viel verdanke und so viele Gedanken schenke, findet er unwichtig. Doch nicht erst mein Ekel-Satz tat ihm gut, ein bisschen eklig war ihm schon vorher lieber als nur Einer der Himmel ist.

Wenn ich den Satz, von dem es heisst, dass er einen weiteren Satz ergibt, in Wirklichkeit denke, denke ich an Kränkung. Durch abrupten Seinsunterbruch per Fiktion, per ekelhaftem Stolz, denke ich ihn mir noch ein wenig näher an die Wirklichkeit. Ist der Satz von den Ekelhaften denn nicht auf die Welt gebracht worden? Zugegeben, ich weiß es nicht sicher.

Ich ekel mich.

Der Satz lag auf der Küchenbank. Ich ass sehr viel Schluck. In der Tasse.

"Lass, das ist ekelhaft!"

Ist das möglich? Oder ist das Vater? Oder ist das dem Mädchen gut, das gern in sich käme. Ein Salz-Satz kann kurz sein und und glitschig, der dir anstelle der Wirbelsäule in den Leib hineingeschoben wird.

Kind sein ist Ekel vor Fiktion, Tarnung für die Deutung, wenn der Himmel analysiert, der Schuh, der dich vor das Tor drückt.

Ich, Pechmarie! Dieser ungebetene Kleckstest samt der Entschlossenheit die mir abgeht! Lauere ich weiter auf den Satz? Womit? Ein Pferd?
Falsch? Richtig? Es ist schön, dieses fahle Licht. Dieses Licht, dass er eines langen beruhigenden Dinges wegen brennen ließ.

Die sich dieser Lichte bewußt zu sein wähnen, bis unter Getue der Irrtum auffliegt. Alles, was du tust, baut dieses Mißvergnügen auf. Und hat es
diesen anderen Zwang nicht auch noch gegeben? Sauberkeitzwang, der auch die, die ihn achteten, auf meine Schultern lud, sodass sie nicht auf mich zählen konnten. Viel Bizarres verschloss sich mir vielleicht. Der Lehrer in Aufregung, das Zimmer stand voller Eimer, und der Ente wurde erneut eine Fiktion zuteil.

Nichts kann man mir recht machen. Ich fürchte nämlich den Tod. Vor Wunschangst entsteht Ekelsucht. So wird es bald eine Auslöschung. Es ist Lüge und Trügel. Pfusch-Barmherzigkeit.

Weder die des Wortes Liebhaber zu sein vorgeben, noch, die dafür bekannt waren, wissen um die kleinere Bedeutung, ohne sich das klar zu machen.
Ohne Häufchen legen sie dreckigen Halses ihre Gedanken an den Straßen entlang neben die weggeworfenen leeren Schachteln und Flaschen in Gras, Unkraut und Graben.

Zwirbelnd, bittend, schön schleimig, zärtlich, drehend, schön fest hielten sie ihren Satz und zum Ritzen und Stechen geeignet schliffen sie ihre Sprache. Eher ist ein Satz verloren, der als Liebesbetrug auffliegt, als dass einer wirklich beruhigt. Es ist ein und eins. Beispiele: der Mann in der Mitte des Grabens zum Beispiel, Eis aus Kühlschrank, Schübe wie in Pappeln.

Einmal ist das nur Einbildung ähnlich der, wenn man eine eben ekelhafte Pose stehend fortfotografiert, eine Liebesstory spielend. Zum anderen ist das eine Vorstellung für Viele: Ich darf mich vor der Fiktion sehen lassen. Sie aber ekelt sich vor dem Satz! Siehe, ich verdenke mich schon wieder. Von Zikaden zu denken, was für eine Vorstellung!

Ich ekel mich vor diesen Texten, die mich nicht meinen. Ich ekel den Stoff an. Oh, ich dränge mich so. Wer eine Fiktion macht, ekelt sich nicht so gut wie ich.

Für Sonja schreibe ich nun eine Sekula, ich glaube eine ekelhaft stinkende. Ich ekel mich weniger, wenn ich mich ekle. Es zu etwas bringen, muss schön sein. Dass ich kein Ende finde mit dem Versuch, es zu nichts zu bringen! Ich, die fühlt, wie es in mir bremst. Ich, die das Ungebremste fühlt. Eine Illusion sind auch die Enten, die Flamingos und das Baumholz. Und haben denn die Drei von der Sorte nicht die Sonne? Ein Planet als Erde. Ein Vogel als Sinnsucht. Oder nur wieder ein trocknes Buch? Wirklich, ist Wittgenstein wirklich? Oder ist er eines von den Pferden? Richtig: ich ekel mich nicht. Falsch, Einhalt ist geboten!

Kunst ist gut fürs Ficken. Eine Fiktion ist wegen der Materie eine Fiktion. Ohne Materie gäbe es keine Illusionen.

Fehlreifungen: da stehts!

Mit der Fiktion stehen viele auf Kriegsfuss. Mancher steht auch unmittelbar mit ihr auf Lustfuss. Auf eine Fiktion aus der Kindheit kommt immer ein Souvenier. Dem Erwachsenen ist seine Kindheit eine Fiktion, eine unvorstellbare Idee. Wenn er sich überhaupt die Mühe macht. Es denn unter Zwang, Sauberkeitszwang. Ausserdem kennt kaum jemand seine Fiktionen als solche. Wenn schon, dann springt er sofort heraus, sollte er sie erkennen.

Ich glaube übrigens nicht an Reifefehler. Gehe ich zum Beispiel durch eine Fiktion, betrügt die Rhetorik - eine Art Fiktionssimulation - die Fiktion selbst. Mach ich nicht gern, aber dann bleibt mir nur, sie zu beschmieren. Da kommt es auf jeden Handgriff an. Später ist nichts mehr zu ändern. Reifefehler? - Lächerlich!

Dir sollte das mit deinem Köpfchen länsgt klar sein, Sonja, denke ich.

Fiktion? Alle haben sie plötzlich denselben Babyschub? Es ist der Schneeballeffekt. Film? Weniger ekelhaft als ein Titel, ein Behälter? Es ist ein Schneeballeffekt, finde ich.

Dann wieder denke ich an Sonja vorbei in die Schule hinein, Flamingos meinetwegen oder auch Enten. Und ich bekomme erst Lust auf Flamingos, dann Lust auf Wasserkresse. Es gehe denn um Fiktion.

Die Fleischesserin nebenan trennt sich seltener vom Selber-Entensein, das zwischen Ente und mir, mit den Fluten drin ist.

Aussagesatz: "Ich ekel mich vor meiner Fiktion."
Fragesatz: "Kann das Bild sich in die Berliner Sätze schieben? Klart sich das bis ein Längeres ein Strengeres anhimmelt?"

Die Sonja, vor Aufgelöstheit stockstarr. Die Frau auf belchisch. Ich schlafe gern, auch mit dem Metzger. Ich setze für ihn das Wort, den incognito Reisenden, den Unerkannten, für Kasse. Nicht auf Frau Holles Art, mütterlich die Betten machend. Nicht nach Fasson der Pechmarie, rekelnd und voller Illusionen. Und erst recht nicht nach Gusto der Gold-Hyäne, für die nichts gut genug ist. Mich täuscht er nicht, der Metzger ohne Satz. Ich weiß, was mich beruhigt. Für ihn habe es gehabt, dann ihn auf den Boden gesetzt. Seine Füsse bilden seinen Nachnamen, dass dies keine Gedanken, sondern ein Futteral für mich, das lose Mädchen sei.

Das sind dann so Situationen. Er schiebt alle Kissen übereinander, verstärkt, bündelt seine Kraft vergeblich. Ich rieche und reibe ihn, rufe:

"Was, mit welcher Welt willst du es? Welches Ich soll ich dir verkaufen?"

Ich gefalle mir in dieser Situation, nicht aber später. Nein, es geht nur noch kurz weiter, wird selten länger, er breitet sich noch einmal aus, grinst, grüßt und geht.

Ein Bild für Leute bleibt nicht, nur für meine Illusion und meinen nächsten Satz. Die, die es nicht wissen, Gelehrte genannt, gelten entgegengesetzt speziell als Hüter einer anderen Wirklichkeit. Apropos Logik: Gesetze in einem zweiten Gang sind niemandem etwas schuldig.
Meinetwegen auch Güte zweiten Grades. Was auf den Dielen, auf den Kacheln, unterm Gras wartet. Kunst ist gut fürs Ficken. Ist gut fürs Ekelhafte. Eine Suada, Sonja. Eine Suada, Birgit.

Gut sein. Es wäre mir lieber, dass ich voll bin. Ich habe in der linken die Haare wie selbstverloren. In meine Hand nicht hingesetzt sind meine Sätze und Worte aus den Behältern. Es war ein multiomnipotenter Sysyphosrausch, begehrbar. Es hätte, ganz wie du die Süssigkeit willst Sonja, mehr sein dürfen. Hörst du nicht? Es läutet sich heiss. Es wird ganz ruhig. Vom Stoppen dreht der Teller heisser. Vor der Fiktion von Lust. Falsch, vor der Illusion von Lust. Richtig: er heisst Paradox. Wie heisst Sie? Was heisst hier? Verstehen? Kein Hauch. Ein durch den Tod geläutertes Paar.

Ich ekel mich gern. "Ich" heisst: Macht. Häufchen am Schnürchen. Mo, moie Honigreden. Frauen oder ein Gegenmittel. Was lang ist, verhindert Hysterie. Es sei denn, der Flamingo habe mich lieber, als dass ich hier sehen kann. Dann ekel ich mich schon lange, auch ich. Wie sehr ich mich ekel, das zu tun, was ich mich nicht traue mit dem Metzger. Ich denke, ich ekel mich nicht vor dem Metzger, ich warte auf das, was er war.

In keiner Ohnmacht liegt der Schlüssel für das Ganze. Ich bins nicht gewesen, schliesse ich aus der Anzeige. Auch vor dem Anschluss eierte das Satzbild in verschiedenen Schattierungen. Ich esse und bereue, dass ich einen Schrank mit jeder Schublade beleuchte. Ich wußte davon, weil das,was ich täglich lese, was für Ekelhafte ist. In einem bekam ich später recht: der Metzger war ein Süßer. Davor rechnete ich stets damit, dass er sich offenbarte, was ihm aber nicht leicht fiel. Ich löschte dann das Lich, nur um kurze Zeit wieder mich im Bett hinzusetzen.
Schlimmer, ekelhafter konnte es doch gar nicht kommen, hatte ich
geglaubt und das nur, um auch Tiere im Kopf zu haben und ein Drama voller Sehnen, Muskeln und Molusken. Im Regen, als es lange Stücke Schinkenfleisch gab, erholten wir uns ein wenig. Fast schrieb ich an Sonja Sekula in New York. Fast telefonierte ich mit Birgit.

Ich fand nicht in den rechten Hals, an den Haarspitzen beginnend materialisierte sich eine neue Illusion mit Sätzen und im Gedächtnis. Es war gar nicht so ekelhaft. Es war das Erträgliche, Alltägliche. Das war dafür eine Fiktion. Deshalb doch wieder eklig, weil sie noch immer ist. Der Frau lugten glatte Strähnchen seitwärts aus der Kappe. Den harten Sätzen folgten wärmere Gesten. Es ist das, was ekelhaft scheint.

Was mich beruhigt, betrügt mich, ist ein Abhebungsarm, ein Fiktionshebel. Je länger das Stück über die Teppich rollt, desto mehr beruhigt auf diese Art der Metzger mich in seine Wortlosigkeit. Noch jede Frage nach dem "Warum" endete. Macht vielleicht genau das eine Fiktion? Oder: eine Fiktion ist eine Lösung für jemand, der jetzt in geistigen Mühlen (bitte keine Analogie, keine Geräusche) jetzt in geistiger Verwirrung sich dreht? Eine Lösung für jemanden, der sich bei der Berlinerin aussen am jeweiligen Glas ausweint und austrinkt?

Dass ich immer den letzten Ton haben kann, das entscheidende Wort, ist mir sehr wichtig, wenn ich ehrlich zu mir bin, weiß ich es sogar. Es war ein Pferd. Es war keine Fliege, kein Reiten, Fahrradfahren, es war kein Paddeln, kein Kriechen, Kraulen, kein Staken, kein Hüpfen. Es waren vielleicht die Geräusche von Ratten. Sie machen schon mal diesen Terror, auch unter dem Eindruck der Gifte, die wir kennen.

In langen Reihen, die voller geräumiger Antworten bersten, stehen Kinder, in einer scheinbaren Ordnung, ohne sichtbaren Einschub. Und das glaube aber nicht, dass vor dem Schrank eine Klammer für die Vor-Vokabeln angebracht werden könnte! Sogar vor einem neuerlichen Körperbau ekelt es mich, wenn es so eine Konstruktion denn gibt, mit der unterm Kussmund zum Küssen bereit zu sein. Mein Kopf gefüllt mit einer Suada, meine Haare, würdig eines ekligen Alten. Weil es eine Krautweibes bedarf, sie zu retten, darum suche ich nach solch einer Hexe herum.

Auch beschäftigt mich noch immer dieser Satzkomplex des Metzgers, der sich ekelt und in seiner Werkstatt kreist. Es gibt dort Hebel für das fahle Pferd. Und das ist ein anderes Kapitel. Er läuft, will das Drama lösen. Falsch, er will es richtig anfachen, eine Krise auslösen, eine Leib-Seele erlösen.

Kein Urahn, der mitkäme in eine Kneipe zwischen verschlagenen und verschlafenen, schlingernden und listigen Männern von den Schiffen. Aber er will den Stoff wie ein Urinbecken mehren. Wer da eine Fiktion macht, das rasch zu lösen, hat keine Flamingos gekannt. Ich habe keine Lust beim Erstellen einer neuen Fiktion, dreckiger als manche, als wenn ich da viel machen könnte. Die Angelegenheit stösst auf eine alte starre Friktion und muss, weil es diesen Zwang zu machen gibt, davon erst wieder langsam und zäh getrennt werden. Wer die Fiktion will, den Leib löschen, der erfindet eine neue Trennung und macht sich zu Flamingos auf. Es ist wie ein Ekelrausch.Von der Ente grummelt der Magen. Ich fürchte, dass ich manchmal nicht bei meinem Verstand, sondern bei dem des Metzgers war. Ich traf mich mit der, der ich bin. Wie sehr ich das Holz auch drehe und säge, es fällt mir aus mir selbst heraus. Um in Ohnmacht zu geraten, mir zu helfen, jage ich nach der Fiktion der die Enten folgen. In Ruhe kommt mir selten jemand vor, der angeekelt, nämlich aus einer Fiktion gemacht, etwas von Wittgenstein "selig"findet.
Zweimal schreibt Sonja von ihrer Fiktionsfreude, von ihrer Schreibschwäche, von knopfigen Augen und von einer neuen Nappalederjacke. Sie erwähnt in langen Sätzen den fleischigen Nacken eines Passanten, der sie mit tiefen Blicken bedachte, während er mit der linken Hand in seinem Toupierten fühlt. Man könnte erbrechen, wenn man tatsächlich nichts mehr möchte: Mode oder Nomade. Wir ekelten und ich meine, ich sehe zu viele schüttelnde Hände um die Frau im Rampenlich. Nicht auf Frau Holles Art, nicht nach dem Geschmack des Drachen, der Maulwürfe müssen wir gedenken. Sonja blutete, die Nase juckte und du dachtest, es verlange die Nacht ein Opfer. Angst vor Nichts. Vor Nichtfehlern. Was ich nicht weiß, wenn es mir einfällt: ich ekel mich davor, nicht vor dem, der gar nicht da war und das ist nicht derselbe. Er wusste alles, dachte ich nur. Es war kein Bild. Es war ein Satz oder eine Illusion. Köpfchen!

Das kommt aus dem Gedächtnis, das muss der Metzger wirklich nutzen. Wer,
wenn ich schlafe in seiner Werkstatt, auf der Welt nicht aus dem gleichen Stoff ist, vergißt nicht. Schlag auf, schlag laut ein auf den Topf. Es geht um einen Wortfetisch, um einen Satz, um eine Illusion. Wo ist das nächste Tier? Soll denn nichts weiter sein? Aber natürlich, Übergangsvögel am Abendhimmel. Sonja liest mir vor. Schau nicht, dass ich mich vor was auch immer spanne! Wenn es dir, Sonja, einfällt zu gehen nicht sofort, sondern später, tu es!

Nichtwiderstand. Nichtstoff. Lichtstoff. Nichtich. Ist dadurch der Flamingo in einer Nichtwelt? Kein Blinddarm, keine schizophrenen Schübe, vor allem, wovor ich mich nur in Acht nehmen kann von Schopenhauer und Nietzsche, vor allem das trübe Glas (Halblicht). Auf die Nervosität der oder des anderen spanne ich eine vorgetäuschte Haftschicht und zu Boden gleitet die Scham.

Ohnmacht pur, Ekel par excellence. Paralyse. Es legt mich kein Metzger mehr aufs Pferd, ich ekel mich nicht, jetzt zu kommen, ich nenne ihn Inspektor.


Zu Pferden lassen sich Sätze sagen, wenn sie gut pusten. Da drängen sie der Lösung einen tiefen Rausch ab, vor dem kein Reim standhielt. Ich such nach dem Satzkopf, dem Reimzwang, der mich falsch werden läßt. Was mich berührt, betrügt mich richtig: Mamis Haare zupfte stets die
Selbstverlorenheit. Heute hat sie kalkuliert. Es rupft eines Berliners Hand, die sie zu sich zwingt. Dann wieder sinniert sie über Selbstbehauptung nach. Drum kalbe ich hier halb energisch. Sagte ich es nicht, Sonja? Für und für die Enten. Auch die Flamingos, stehen für Sätze, ekelhafte. Ich hab den Satz gern. Vielleicht für später? Ich schau zu und ich schau die Augen an und reibe sie.

Es schloss der Metzger die Tür, dachte ich um mich zusammenzuhalten, mich als Tannenbaum. Hier geht eine Fantasie schrauben, hier wird ihr etwas untergeschoben, nachdem es unter dem Schaltpult so ausschaute, als wäre es Liebe. Ich sah in ihm keine Tiere.

Seh ich doch stets in den Himmel. Und was ich schaute, ist deine Kunst, Sonja. Gut fürs Ekeln: Schwanz. Satzschwanz, Satzmittelstück, Satznabel, Satzzwang. Kunst ist gut fürs Ficken, ein unnützer Satztorso und ein Desaster. Enten könnten auch Enten sein. Sei es, wie es ist. Wie löst dieser Stoff eine Sicht aus? Sahen die Berliner sich vorgezimmerte Sätze oder vorgezimmerte Särge an? Dies Bild, Blei, dass ich goß für dich, Sonja. Ekelhafte Sätze.
An dieser Stelle kommt dann ein Kran ins Spiel und räumt auf.
Mit dünnem Bein, rosa am Teich, dass sie so reiten kann? Und dann die Wiener Wirklichkeit und das Blut. Und so viele Männer im Mainzer Stadtpark. Ach du träumendes Hirn, süsslich wummerndes Herz, spazierendes! Dass du die Zitate des Wittgensteins nicht änderst! Was heisst hier Spenden? Ein Pult vielleicht? Ist die Schuld zu groß?
Flamingos stehen am Rand des Teiches. Und das Tor gerade im Radio? Betrug? Ist das genauere Wort für 'Tor' 'Stühle' oder 'booten'.

Rechts der Mann, der mir stets davon Segment für Segment ermöglichte. Statt zu träumen spricht er von Hebeln und Hebels Belchismus. Ich ekel mich im Tagebuch, in langen hervorzustossenden Anschlüssen, dass ich in Stücken gehe. Ich mag es. Ist Fiktion, was Tagebuch ist?

Zu langen, ekligen wird, je mehr es ist, Stücke der Ekel. Es treten Platzhalter, Pusteblumen, Ruhestrecken, Kuschelkissen auf, Stellvertreter zu sein. Im Satz: da stehts! Ich ekel mich, steht da.
Über dem steht in steifen Lettern:

"Tue, was du tust! Tor aufwachen, überlachen, weiter machen, kleines Ekelhaftes, dein Traum beruhigt. Spring zurück, Seilchen! Gut, Seilchen! Spring!"

Auf der Seite des Traumes standen zwei nackte Mädchen, ich lief die Strasse entlang, dass mir dies einfällt trotz des Pferdeinschubes! Und dann wieder:

"Überhaupt Wittgenstein, hebelt Träume. Und nichts anderes."

Bunt mein Geschlecht, purpurn und heiss. Und auf dem Tor stand etwas:
"Sieh in ihm ein Kissen für Feder und Himmel! Entscheide, Spindel und Brunnen und mache es rückgängig!"

Das macht den Metzger gleichzeitig begehbar und begutachtbar, dachte ich in einem erneuten Satz ekeliger Fiktion. Ich hatte ihn und quatsch, und richtig, beruhigt. Doch so, als sei er gut und also ekelhaft, bin, ich, wenn ich in Steghose und Coat, sein Sohn, nicht seine Frau. Er hält als Sohn mich, siehe oben und siehe Hamann.

Die Ekele des ganzen Zoos und Kosmos, des ganzen Zirkus erfährst du, gleich einer Empfindlichen und läufst wie Wirklichkeit. Es lief aus mir und unter mich so sehr, als wär ich ganz allein in diesem Traum. Ich schrieb, verliess ein wenig meinen Selcher - und siehe da ein weit'rer Veterinär erschien. Er wurde rasch von mir ins Vertrauen gezogen, der Veteran. Und gab mir mehr als einen Liebesbetrug. Mehr als Sätze, falsche und viel Lust an Fiktionen, die zu Lust standen in Vielem. Noch folgten die bizarreren nicht. Brachial erst von Sätzen gebeugt. Von unten nach oben folgten die, die ohnehin vor Ekel mich zitierten, trotz Trost.

Schatten vor mich! Nicht Geheimsprache chiffrieren. Ich ekel mich vor meinem Schweifzwang, Bekenndrang, Gedankenstrich, vorm Kidnapping, vor Ekel. Mich ausbrechen, des Wortes erbrechen. Vormalige Fiktionen verstehen! Es heisst:

"Der Satz ist Fiktion."

Was extrem ekelhaft ist.

Mich am Satz festhalten, von dem, was ihnen aus Gläsern, die kein Wasser besetzte, geboten wurde. Sie wiederholten, die Figuren, Orte, Motive, Sätze, Begleitumstände. Ich wechselte, nicht ekelhaft, das Wort. Noch nicht.

Derweil aus dem Fuß der Park wuchs. Was für eine Welt? Wie ertrage ich Ekeltoleranz? Ich habe, wie ekelhaft, wenig Ekelhaftes. Die Fiktion macht, sehnt sich nach dem Meer. Wer mich davor wenig ekelt, ich an mir oder wie? Oder belchet sie für sich heblisch?

Wir sahen und nicht mehr vor seinem Traum von Wittgenstein, Arterien und Nerven. Ich sagte:

"Hier dein Kopf, Metzger, als Wurzelgeflecht, war er wohl zart."

Wie Wittgenstein, sagte ich das zum Metzger, der zu zart war, um als Vitalstoss und eklige Zikade durchzugehen. Und der trotz Bachmann, trotz des Zitatentrosts allzu lose einem Mädchen als gebündeltes Mädchen zuging. Der er zuging, um mit nichts zu tun zu haben, was ich wiederum zu schwach zum Brechen fand. Das Einzige:

"Spring weiter! Spring in den Stadtpark, Flamingo zurück!"

In unmittelbarem Zusammenhang mit dem Unmittelbaren stehen meine negativen Fiktionen.""

Mit freundlichen Grüßen, Hanjörg Bahmann

 

 

Von: a9610615
Gesendet: Freitag, 10. Dezember 1999 13:59:40

Lieber Nuller,

hier als kitschiger beitrag meinerseits zu meiner lieblingswegsite ein minutengesang über phyrrussiege, (was auch immer dies sein mag):

Eure Martina Wadl

Victoire:

ging er von hinnen
verwundet, doch mit festem schritte
und dannen
erst, des abends spät
beschlich ihn diese enge
in der brust, so:
erbsengroß und doch so kalt
erbebte er

und in der anderen behausung
verzog der rauch sich nicht
durchs kalte ofenrohr
fuhr eine seele gen himmel
als eine einsamkeit ertrank
im whisky der nacht.

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1

E n d e

NULL freut sich auf Zuschriften und Kommentare unter null@dumontverlag.de.